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Fliegenpilz
Der Fliegenpilz ist wenig giftig, aber nicht harmlos. Der rote Fliegenpilz tritt in Amhran zwischen dem Brachet und dem Nebelung auf, mit einer Haupterscheinungszeit von Heuert bis Gilbhart. Es gibt von ihm mehrere verschiedenfarbige Varianten.
Der Fliegenpilz ist schon kleinen Kindern in seinem Aussehen allgemein bekannt. Am auffälligsten ist der Hut. Er hat einen Durchmesser von 5 bis 15 Fingerbreit, ist jung kugelig oder halbkugelig geschlossen, dann konvex, schließlich scheibenförmig mit etwas herabgebogenem, gestreiftem Rand.
Der rote Hut ist bisweilen auch fleckenweise heller, und zwar besonders gegen den Rand mit oranger Mischfarbe, gelegentlich durch tiefer rot gefärbte Linien wie faserig gestreift.
Bei Genuss treten Symptome auf, die insgesamt einem Alkoholrausch ähnlich sind: Verwirrung, Sprachstörungen, starke motorische Unruhe, Mattigkeit. Je nach Stimmungslage stehen Angstgefühl und Depressionen, Gleichgültigkeit oder Euphorie bis hin zu seligem Glücksrausch im Vordergrund. Typisch sind weiterhin Störungen des Persönlichkeits-, Orts- und Zeitgefühls. Berichtet wird auch von einem Gefühl des Schwebens, von überdurchschnittlichen Leibeskräften, von Farbillusionen und seltener von echten Halluzinationen. Krämpfe und Muskelzuckungen werden häufig beobachtet. Ein tiefer Schlaf beendet dann meist nach einem halbem bis dreiviertel Tag die Vergiftungserscheinungen. Die Opfer sind danach meist einigermaßen erholt und ohne Erinnerung an die durchgemachte Vergiftung. Nur in seltenen Fällen bleiben für einige Zeit Spätfolgen bestehen: Interesselosigkeit, leichte Ermüdbarkeit, Gedächtnisschwäche.
Pantherpilz
Der Pantherpilz besitzt am Stiel einen ungerieften hängenden Ring. Die Stielknolle ist mit abgesetztem Rand. Der Hutrand ist gereift und die Huthaut ist abziehbar. Weiße Hüllenreste finden sich auf dem Hut. Er ist dem gewöhnlichen Fliegenpilz ähnlich, die Hutfarbe unterscheidet sie allerdings - der Pantherpilz ist milchig hellbraun gefärbt. Wie der Fliegen- so wird auch der Pantherpilz von den urtümlicheren Völkern für Initiationsriten genutzt.
Ein bis zwei Stunden nach dem Verzehr des Pilzes und der damit verbundenen Vergiftung treten Übelkeit, Durchfall und Erbrechen ein, die Haut rötet und die Pupillen weiten sich. Anschließend macht sich ein Übergang zu Erregungs- und Rauschzuständen bemerkbar, Krampfanfälle und Verwirrtheit können ebenso auftreten. Je nach eingenommener Pilzmenge kann selten dauerhafte Bewusstlosigkeit oder der Tod durch Atemlähmung eintreten.
Pfifferling
Die charakteristischen Merkmale des Pfifferlings sind der dotter- bis goldgelbe, erst runde (knopfförmige) und dann leicht trichterförmige Hut und der gleichfarbige sich nach unten verjüngende Stiel, der allmählich in den Hut übergeht. Die Hutunterseite ist mit mehr oder weniger breiten, teils gegabelten und anastomosierenden (miteinander verbundenen) Leisten bedeckt, die allmählich in den Stiel auslaufen. Das Fleisch ist weiß bis blaßgelb. Frische Exemplare des Pfifferlings riechen fruchtartig (apfel- bis pfirsichartig).
Der Pfifferling besiedelt diverse Waldtypen auf mäßig trockenen, basen- und nährstoffarmen Böden, in Kalkgebieten werden nur oberflächlich versauerte Böden besiedelt. Er wächst oft sehr gesellig in Jungpflanzungen und an mehr oder weniger offen, nur schütter von Gräsern, Stauden und Moosen bewachsenen Stellen. Die Fruchtkörper des Pfifferlings erscheinen von Brachet bis Nebelung.
Am häufigsten ist er in Nadelwäldern und an Nadelhölzern zu finden, dabei scheint er Fichtenholz zu bevorzugen.
Trüffeln
Trüffeln haben sich vollständig einer unterirdischen Lebensweise angepasst, so dass sie keine oberirdischen Fruchtkörper mehr bilden. Da zudem der Fruchtkörper mehr oder weniger extrem eingefaltet ist, können die Sporen nicht mehr einfach nach draußen entlassen werden. Trüffeln bedienen sich deshalb der Tiere zur Verbreitung.
Der starke Geruch wird durch Wildschweine selbst durch den Waldboden hindurch aufgenommen. Nach dem Verzehr werden die unverdaulichen Sporen wieder ausgeschieden. Somit trägt das Wildschwein wesentlich zur Verbreitung des Trüffelpilzes bei.
Trüffeln werden eher als würzende Zutat verwendet, selten in größeren Mengen. Dazu kommt ihr hoher Preis, weswegen sich die meisten nur gelegentlich ein Trüffelgericht gönnen. Damit sich Geruch und Geschmack der Trüffeln entfalten können, braucht es einen Geschmacksträger. Am besten eignen sich Butter oder Eigelb. Feinschmecker schwören auf eine einfache Art der Trüffelzubereitung: Omelett, Spiegelei oder Eiernudeln mit Butter. Man sollte die Trüffeln vor der Zugabe nicht waschen, sondern mit einer Gemüsebürste die Erdkrümel sorgfältig abbürsten.
Egerlinge (Champignon)
Egerlinge sind hell gefärbt, der Stiel ist deutlich beringt. Die Lamellen sind je nach Reifegrad weißlich über rosig bis dunkelbraun, die Sporen purpur bis dunkelbraun gefärbt.
Der Egerling hat einen dick-fleischigen, weißen, etwa zehn Zentimeter breiten Hut. Dieser Hut ist zunächst halbkugelig, später gewölbt. Seine abziehbare Oberhaut ist manchmal fein geschuppt. Die Lamellenfärbung ist bei Jungpilzen zunächst rosa, wird dann braun und letztlich schwarz. Der weiße Stiel ist vollfleischig, hat eine glatte Oberfläche und einen weißen, häutigen Ring. Dieser Speisepilz schmeckt sehr mild.
Er ist zumeist auf gedüngten Wiesen anzutreffen, erscheint häufig nach ausgiebigen Regenfällen und ist dann meist in großen Mengen zu finden. Sehr oft wächst er in Hexenringen oder verstreuten Gruppierungen.
träucher und
ebüsche
Tollkirsche
Tollkirsch-Sträucher sind ausdauernde, krautige, aufrecht wachsende Pflanzen, die zwischen 3 Spann und 1 1/2 (selten 2) Schritt hoch werden. Im unteren Bereich der Pflanze stehen Laubblätter einzeln, weiter oben in Paaren aus unterschiedlich geformten Blättern. Die Blattspreite ist eiförmig, länglich-eiförmig oder elliptisch, die Spitze ist spitz zulaufend oder zugespitzt, die Basis ist keilförmig und läuft an den kurzen Blattstielen hinab. Die Früchte sind eingedrückt-kugelige, meist schwarze, selten auch gelbe Beeren mit einem Durchmesser von 1 bis 2 Fingerbreit. Sie stehen an einem vergrößerten Kelch, dessen Zipfel deutlich abstehen und enthalten viele Samen.
Man findet sie häufig auf Waldlichtungen von Laub- und Nadelwäldern, an Waldrändern und auf Brachflächen bis in Höhenlagen von 1700 Schritt.
Die schwarzen Beeren enthalten giftige Stoffe. Aus den Blättern lässt sich ein Wirkstoff gewinnen, der krampflösend ist.
Bei Kindern führen bereits drei bis fünf Beeren, bei Erwachsenen 10 Beeren aufwärts, innerhalb eines halben Tages zum Tod durch Atemlähmung. Die Dauer der Hauptwirkung beträgt 3 bis 4 Stunden, am Auge kann sie 3 bis 4 Tage anhalten. Die Tollkirsche wird allerdings in geringer Dosis auch medizinisch genutzt, unter anderem als Schmerzmittel.
Vogelbeere
Die sommergrüne Vogelbeere erlangt ein gewöhnliches Alter von 80, in seltenen Fällen, vor allem als Gebirgsbaum auch bis 120 Jahren. Mit einer durchschnittlichen Höhe von 15 Schritt ist die Eberesche ein eher kleinwüchsiger Baum. Einzelstehend, ohne Beschattung konkurrierender Gewächse kann sie auch Wuchshöhen bis 25 Schritt erreichen. Kennzeichnend für die Eberesche ist ihre zierliche Gestalt sowie die oval bis rundliche, unregelmäßig aufgebaute und locker gehaltene Krone.
Der Name stammt von den rot-orangefarbigen beerenartigen Früchten, die der Baum im Frühherbst entwickelt und die gerne von Vögeln gefressen werden. Mit dem Kot der Vögel werden die Samen weit verbreitet.
Die Vogelbeere ist in Amhran sowie in den gemäßigten Bereichen Juretais heimisch. Die anspruchslose Vogelbeere ist ein schneller Besiedler von Brachflächen und kommt auf Lichtungen, in Hecken oder an Waldrändern vor. Sie gedeiht sowohl in Laub- als auch in Nadelwäldern, auf Moorböden ebenso wie auf trockenen Steinhängen. Im Gebirge findet man den Baum bis an die Baumgrenze.
lumen und
oose
Stechapfel
Stechäpfel sind einjährige oder kurzlebige ausdauernde, krautige Pflanzen, die eine Höhe von 2-5 Spann bis zu 1 (in Ausnahmefällen bis zu 2) Schritt erreichen können. Die Pflanze ist grün und besitzt einen mehr oder weniger violetten Anflug. Der Stängel ist gabelästig und kahl. Die Blätter sind eiförmig, unregelmäßig spitz gelappt bis doppelt gezähnt oder buchtig, weich und etwa handgroß, dunkelgrün an der Oberfläche und graugrün an der Unterseite; der Geruch erinnert an gekochte Linsen.
Der Stechapfel bildet Blüten von Brachet bis zum Gilbhart aus. Diese öffnen sich erst zur Nacht, da sie hauptsächlich von Nachtfaltern besucht werden. Selbstbestäubung ist erfolgreich. Stechapfelblüten duften (in der Nacht) stark süßlich, parfümartig. Der Geruch, der von vielen als unangenehm empfunden wird, stammt von den Blättern der Pflanze. Die trompetenförmige Blütenkrone ist fünfzipfelig, besitzt keine sekundären Kronlappen, wie sie in anderen Arten der Gattung auftreten und erreicht eine Länge von 6 bis 8 1/2 Fingerbreit. Es existieren weiße bis gelblich-weiße oder violette Vertreter. Die Früchte des Stechapfels sind eiförmige, elliptische oder kugelförmige vierkammerige Kapseln, die aufrecht oder zurückgebogen an der Pflanze stehen.
Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders jedoch die Wurzeln und Samen. Bereits geringste Mengen können Giftwirkungen wie gesteigerte Erregung, Sinnestäuschungen, Übelkeit, Pupillenerweiterung mit Sehstörungen und Atemlähmung hervorrufen.
Schlafmohn
Der Schlafmohn ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 3 Spann bis 1 1/2 Schritt erreicht. Der runde, überlaufende Stängel ist selten verzweigt. Die Laubblätter sind 5-15 Fingerbreit lang. Die Pflanze, ausgenommen der Samen, ist giftig. Die relativ große Blütenknospe ist meist 1 bis 3 Fingerbreit lang und steht auf schlanken, haarigen Blütenstielen.
Die kugeligen Kapselfrüchte enthalten zahlreiche Samen. Stahlblaue Samen sind der Wildform am ähnlichsten, weißliche Samen enthalten weniger Öl und werden zur Mehlherstellung verwendet.
Die ölhaltigen, angenehm und nussig duftenden Samen des Schlafmohns werden als Lebensmittel vor allem für Süßspeisen und Gebäck verwendet.
Weitere Produkte des Schlafmohns sind die in dem weißen Milchsaft enthaltenen Giftstoffe, genannt Opium. Ausgereifte Fruchtkapseln enthalten im Vergleich zu grünen weniger Opium. Aus getrockneten und fein vermahlenen Fruchtkapseln kann medizinischer Tee bereitet werden.
Zur Gewinnung von Opium werden die schon dick angeschwollenen, aber noch grünen Mohnkapseln in den Abendstunden stellenweise angeritzt. In den folgenden Morgenstunden wird der getrocknete, braun verfärbte Milchsaft der gegliederten Milchröhren - das Rohopium - durch Abkratzen gewonnen. Dieser Vorgang wird mehrmals wiederholt, bis die Fruchtkapsel gleichmäßig vernarbt ist.
Grabmoos
Grabmoos ist eine von vielen Moosarten Amhrans, hat jedoch durch ihren spezialisierten Lebensraum eine besondere Stellung erhalten. Es wächst prinzipiell nur auf glattem oder geglättetem Steinuntergrund, bevorzugt hierbei Granit vor Sandstein, und entwickelt sich im Reifezustand zu ungefähr handtellergroßen Kissen, die vor allem auf flachen, höherliegenden Felsen entstehen. Grabmoos benötigt durch seine Spezialisierung auf höherliegende Orte nur wenig Sonnenlicht und entwickelt hierbei eine tief dunkelgrüne bis bräunliche Färbung. Im Reifezustand ragen stark hellgrüne Stämmchen aus dem sonst eher bulligen Mooskissen.
Berühmt ist das Grabmoos für seine blutverdünnende Wirkung, ebenso wird der Moosart nachgesagt, sie würde die Vitalität und Ausdauer eines Menschen fördern. Genutzt wird hierbei das ganze, gewaschene Mooskissen.
Gnadenkraut
Das Gnadenkraut (Mithraskraut für die Gläubigeren unter uns) ist eine alte Heilpflanze, die vor allem bei Magen- und Darmbeschwerden und bei Entzündungen Verwendung findet. Gnadenkraut ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 1 1/2 bis 5 Spann . Die ganze Pflanze besitzt einen starken, charakteristischen Gnadenkrautgeruch. Die Stängel stehen aufrecht oder aufsteigend und kahl, im oberen Bereich sind sie stark verzweigt. Sie wächst auf Äckern und auf Ödland, bevorzugt auf frischen, meist kalkarmen, eher humosen Lehm- und Tonböden.
Die Gnadenkrautblüten werden eingesetzt als Entzündungshemmer, zur Krampflösung, gegen Blähungen und als Magenmittel. Sie haben auch eine wundheilungsfördernde, geruchstilgende und reinigende Wirkung. Im Bereich der Volksmedizin wird Gnadenkrauttee besonders als Schlaftee und als Beruhigungsmittel verwendet.
Steinraute
Bei der Steinraute handelt sich um ausdauernde krautige Pflanzen, selten Halbsträucher, die Wuchshöhen von 6 Fingerbreit bis zu 8 Spann erreichen. Meist duftet die ganze Pflanze aromatisch. Verwendung findet die blühende Steinraute als Bittertonikum bei Verdaungsstörungen und Koliken. Zudem werden die Blüten zur Pflege der Gesichtshaut in Dampfbädern eingesetzt. Die frischen Triebe und Blätter können zudem als Beigabe zu Salaten verwendet werden. Die Steinraute wird als Heilkraut bei Magen-, Darm- und Leberleiden sowie als Wundkraut verwendet. Die bittere Schafgarbe steht auch als Zauberpflanze in hohem Ansehen. So werden Bauernhäuser und Ställe zum Schutz vor Hexen mit dem Kraut ausgeräuchert.
Wegen ihres bitteren würzigen Geschmacks wird sie auch als Amhran-Wermut bezeichnet.
Rittersporn
Der Rittersporn ist eine einjährige, 2 bis 5 Spann große Pflanze. Die blauvioletten Blüten stehen in fünf- bis achtblütigen Trauben und haben einen einfachen, etwa zwei bis vier Zentimeter langen waagrechten oder nach oben zeigenden Sporn, der aus zwei miteinander verwachsenen Nektarblättern gebildet wird. Er benötigt nährstoffreiche Getreideäcker, Wegsäume, Trockenplätze und kann auch auf kalkhaltigem Boden wachsen. Alle Pflanzenteile, vor allem die Samen sind giftig. Es kommt zu Übelkeit, Erbrechen, Erregungen, Herzrasen, Krämpfen und Lähmungen der Atmung.