Die Gesellschaft Amhrans

Kapitel

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Einleitung

Dieses Kapitel bietet einen groben Überblick über die Gesellschaft der Menschen, ihre sozialen Gefüge und Eigenheiten, um vor allem Einsteigern das "Einfühlen" in die Welt Amhrans zu erleichtern.

Die Lebensumfelder

Amhran ist ein Kontinent mit gemäßigtem Klima, in dem weder Wüste noch Dauerfrost vorkommen. Doch wo ihre Heimat, ausgenommen ein harter Winter oder eine Dürre im Sommer, einen positiven ersten Eindruck hinterlässt, da gibt es eine Vielzahl anderer Faktoren, welche das Leben der Menschen erschweren.
So ist zum Beispiel der Alltag der meisten Bewohner entbehrungsreich. Immer wieder muss man sich gegen Menschen durchsetzen, welche meist auch nur versuchen, am Leben zu bleiben. Familie und andere soziale Bindungen stellen daher wichtige Aspekte im Leben der Menschen Amhrans dar, denn mit ihnen gehen etwas Sicherheit und Rückhalt einher. Einzelgänger stehen nicht nur allein vor den oft lebenswichtigen Entscheidungen, es wird ihnen obendrein vom Rest der Gesellschaft auch noch einiges an Misstrauen entgegen gebracht.
Diese Gegebenheiten führen dazu, dass die meisten Bewohner Amhrans in der einen oder anderen Siedlungsform wohnen.

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Der Weiler
Ein Weiler besteht aus nur sehr wenigen Häusern, die sich um ein Gebäude drängen, das zumeist eine wichtige politische oder wirtschaftliche Funktion hat. Diese Gemeinschaften bestehen zumeist nur aus wenigen Familien, die ihren Lebensunterhalt in der Regel mit Landwirtschaft oder dem Handel mit Reisenden verdienen. Weiler sind so klein, dass sie weder über eine eigene Art der Regierung, noch über eine Form der Wache verfügen.

Das Dorf
Ein Dorf unterscheidet sich von einem Weiler in erster Linie dadurch, dass es genug Einwohner für eine kleine, funktionierende Infrastruktur besitzt. So finden sich hier schon einige kleine Läden und auch eine Handvoll wohlhabendere Einwohner. Die meisten Dörfer haben irgendeine Form des Dorfvorstands oder Rats sowie einige ausgebildete und bewaffnete Männer. Somit können sie bis zu einem gewissen Punkt selbst für Recht und Ordnung auf ihrem Boden sorgen.
Während die kleinsten Dörfer lediglich weiter gewachsene Weiler sind, so finden sich vor allem rund um die kleineren Lehensburgen Amhrans größere Dörfer, welche einen hohen Stellenwert für den herrschenden Adel innehaben.

Die Stadt
Nichts steht über der Macht und Einflusskraft einer tatsächlichen Stadt. Der Übergang von Dorf auf Stadt erfolgt zumeist fließend, sodass manche Städte im Vergleich eher wie große Dörfer wirken. Es gibt jedoch einige Merkmale, die kennzeichnend und eindeutig sind.
Zum einen sind die wichtigsten Wege und Gassen gepflastert und gut befestigt, zum anderen verfügen sie neben einer eigenen Wache oder Miliz auch über deutlich stärkere Befestigungsanlagen, als die meisten Dörfer.
Städte konnten sich vor allem in Gebieten entwickeln, in denen mehrere positive Faktoren, wie Handelsrouten oder Rohstoffvorkommen, zusammenfielen.
Städte ziehen vor allem Bürger an, ebenso findet hier der Adel häufig ein angemessenes Heim. Die Zahl der Bauern nimmt mit dem Aufstieg zur Stadt jedoch rapide ab, sodass die meisten Städte ihre Lebensmittel aus den umliegenden Dörfern beziehen.

Soziale Schichten und Standesunterschiede

Die Gesellschaft Amhrans unterteilt sich in vier Stände. Die entscheidenden Faktoren für die Zugehörigkeit zu einem Stand sind vor allem Abstammung, Reichtum und Religion. Mit dem gesellschaftlichen Stand ist untrennbar festgelegt, welchen Wert man innerhalb der Gesellschaft hat und auch, wie man vom Rest der Gesellschaft behandelt wird. Dies ist teilweise sogar gesetzlich festgeschrieben. Zwar schaffen es auch einige Menschen, sich im Stand nach oben zu arbeiten, allerdings ist dies meist ein langsamer und mühsamer Prozess, welcher mit viel Arbeit verbunden ist und auch stark vom Wohlwollen höhergestellter Personen abhängen kann.
Anders als beispielsweise in Indharim, wo Frauen eine niedrige Stellung haben, ist die Frau in Amhran dem Manne gleichgestellt. Sie darf die gleichen Ämter bekleiden, hat nicht weniger Einfluss und übt oft auch die gleichen Berufe aus. Vor allem in adeligen Kreisen gehört es aber durchaus zum guten Ton, sich von einer Schar aufmerksamer, galanter Herren umsorgen zu lassen, um so ein angenehmes Leben mit noch mehr Vorteilen zu genießen.
Grob betrachtet entsprechen die sozialen Schichten Amhrans also den vier Ständen.

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Leibeigene
Leibeigene sind die unterste soziale Schicht der Gesellschaft und sind zumeist von Armut und Fremdkontrolle geplagt. Leibeigene besitzen die geringsten Rechte und Ansprüche. Diese Form der sozialen Ausbeutung ist in ganz Amhran verbreitet, besitzt jedoch nicht nur negative Eigenschaften.
Einerseits können Leibeigene weder darüber entscheiden, wo sie wohnen, noch mit wem sie zusammenwohnen, andererseits ist ihr Besitzer gezwungen, ihnen Unterkunft und regelmäßige Mahlzeiten sowie Bekleidung und entsprechendes Werkzeug zur Verfügung zu stellen.
Ein jeder Leibeigene erhält ein geringes, aber sicheres Einkommen, das er ansparen und alleinig für die eigenen Zwecke nutzen kann, sei es dass er sich damit nach Jahren der Leibeigenschaft ein eigenes Stück Land und ein kleines Häuschen leistet oder aber seine Gesellenprüfung ablegt und damit seine eigene Werkstatt gründen kann.
Beschließt der Besitzer jedoch, seinen Leibeigenen an eine andere Person zu verkaufen oder abzugeben, ist es dem Leibeigenen weder möglich, die Habe mit sich zu nehmen die er vom Vorbesitzer zur Verfügung gestellt bekam, noch zu widersprechen.

Freie
Die Freien, also Menschen die keiner Leibeigenschaft unterstehen, können selbst über ihr Leben und ihren Werdegang zu entscheiden. Freie besitzen ihre eigene Gerätschaft, können reisen und rasten wo sie wollen und haben das Recht, sich Grund und Gebäude in Weilern, Dörfern und Städten zu mieten.




Während die Leibeigenen jedoch von ihren Arbeitgebern rundum versorgt werden, ist ein Freier völlig auf sich selbst gestellt und muss sein täglich' Brot ebenso wie das Dach über dem Kopf auch eigenständig organisieren. Gerade in schweren Zeiten oder harten Wintern entscheiden sich viele Freie daher dafür, sich für ein Jahr der Leibeigenschaft zu verpflichten und retten sich auf diese Weise selbst vor dem Hunger- oder Kältetod.
Die Freien stellen den Großteil der Gesellschaft dar.


Bürger
Bürger sind Freie, die sich innerhalb einer Stadt oder eines Lehens das Recht auf Großgrundbesitz und Bau erarbeitet haben und somit eigene Gebäude kaufen oder errichten können. Obendrein berechtigt das Bürgertum auch dazu, innerhalb der Stadt Ämter zu bekleiden.







Bürger besitzen ein weitaus höheres Ansehen als Freie oder Leibeigene und werden sogar von den meisten Adeligen als kultivierter und akzeptabler Teil der Gesellschaft angesehen.



Adel
Der Adel setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Auf der einen Seite der vererbbare Adel, welcher lediglich den König höchstselbst sowie die Fürsten der Lehen abdeckt, welche zum größten Teil den ältesten Familien Amhrans entstammen.
Auf der anderen Seite den Briefadel, welche durch ihren Lehensherren durch einen Adelsbrief in ein entsprechendes Amt erhoben werden. Amt und Titel verlieren sie allerdings spätestens mit ihrem Tod wieder endgültig. Allerdings ist es keine Seltenheit, dass alte und angesehene Familien einen Titel in jeder Generation zugesprochen bekommen.
Da über den Adel noch weitaus mehr zu sagen wäre, findet sich dieser hier ausführlich beschrieben.

Amhrans Gesetze

Obwohl Amhran über ein fortgeschrittenes Rechtssystem verfügt, welches neben seinen Gesetzeshütern und dem Richter auch auf Zeugen und Ermittlung zurückgreift, weiß das Volk dennoch, dass sie selten etwas davon haben. Im Rechtssystem wird stark zwischen den verschiedenen Schichten der Gesellschaft unterschieden und nur selten gelingt es jemandem von niedrigem Stand, sich vor Gericht gegen einen Bürger oder gar den Adel durchzusetzen. Schon seit Jahrhunderten wird vom Volk nicht mehr verlangt, die Inhalte der Gesetzestexte zu kennen. Lediglich von entsprechenden Amtsinhabern oder der Stadtwache wird erwartet, umfassendes Wissen über die Gesetze und damit verbundenen Strafen vorweisen zu können. Die einfachen Bürger geben sich meist damit zufrieden, dass die Gesetze das abdecken, was der gesunde Menschenverstand gebietet. So ist für den Schutz von Leib und Leben ebenso gesorgt wie für den Schutz von Besitz und Eigentum. Lediglich die teils sehr drastische Verfolgung von Verbrechen gegen Obrigkeit, Reich und die göttliche Ordnung ist jedem bekannt, so dass es nur selten vorkommt, dass jemand offen gegen Adel oder Klerus aufbegehrt. Alle für die Ämter nötigen Informationen findet man hier.

Zwischenmenschliches Verhalten

Das Verhalten gegenüber anderen ist in Amhran stark durch die verschiedenen Stände geprägt. Während ein Bürger einem Adeligen gegenüber "lediglich" höflich und respektvoll ist, würde ein solches Verhalten von einem Freien oder gar einem Leibeigenen gegenüber dem Adel schon als Beleidigung aufgefasst. Bei solchen Standesunterschieden wird dem Gegenüber üblicherweise mit Demut und Gehorsam begegnet.
Natürlich unterscheidet sich auch das Verhalten innerhalb eines Standes, was hier vor allem durch Unterschiede in Macht und Besitz beeinflusst wird.

Die Schatten der Gesellschaft

Abseits von Gesetzen und der oftmals aufpolierten Fassade des Stadtlebens gibt es allerdings auch zahlreiche Schattenseiten. Menschen mit niedrigem Status oder einem schlechten Ansehen werden hier gerne zum Opfer jener, die sich für etwas Besseres halten und wenig Mitgefühl für die niederen Schichten empfinden. Die meisten Verbrechen, die durch diese Motivation zustande kommen, werden selten ernstlich verfolgt, da man im Zweifel eher den höher gestellten Persönlichkeiten Glauben schenkt und Schuld für das Verbrechen dann beim Opfer selbst sucht.
Viele besser gestellte Bürger versuchen durch Erpressungen, Unterdrückung und dergleichen ihren Stand zu wahren oder sich immer weiter zu bereichern. Es kann aber auch geschehen, dass sie dadurch selbst zum Opfer werden und beispielsweise von einem Wachmann oder einem Konkurrenten erpresst werden, um ihre Taten nicht aufzudecken.
Allgemein scheint diese Gesellschaft es oft als angebrachter anzusehen, ebenfalls einige Heller zu verdienen, anstatt die Gefängnisse mit einem weiteren Insassen zu belasten.
Ganz anders allerdings wird mit Verbrechen gegen die Krone oder den Adel vorgegangen. Natürlich findet sich auch hier mindestens genau so viel Illegales und Korruption wie in anderen Schichten, wird so ein Verbrechen allerdings von den richtigen Personen offengelegt ist eine lebenslange Unterbringung in einer winzigen Zelle oft noch ein mildes Urteil.