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Der Adel und seine Strukturen
Recht und Gesetz
Gerichtsordnung
Maßeinheiten
inleitung
Dieses Kapitel soll einen grundsätzlichen Überblick über die Gesellschaft der Menschen, deren soziale Gefüge, und die Eigenheiten geben. Über den Sinn und Zweck einer Menschenbeschreibung lässt sich immer streiten, um jedoch Unsicherheiten und Ungleichheiten von Anfang an zu verhindern, und Einsteigern das "Einfühlen" in die Welt Amhrans zu erleichtern, haben wir uns entschlossen, diesen Part der Informationen als eine Form von Anleitung zugänglich zu machen. Der Inhalt dieses Kapitels darf als Richtlinie, nicht als Zwang gesehen werden - das heisst vor allem für erfahrenere Spieler, dass ihr durchaus auch eigene Ansichten, Ideen und Möglichkeiten zu eurer Menschendarstellung benutzen könnt, solange sie in das allgemeine Konzept passen.
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Amhran ist ein Kontinent mit gleichbleibend gemässigtem Klima, in dem weder Wüste noch Dauerfrost vorkommen. Die vier Jahreszeiten verteilen sich gleichmässig auf das Jahr, und bieten heiße Sommer und kalte Winter. Dementsprechend angepasst betreiben die Menschen im Frühjahr und Sommer Ackerbau, sammeln Rohstoffe, bauen Gebäude und üben ihre Handwerke aus. Im Herbst und im Winter werden Vorräte gesammelt, Handel betrieben und Viehherden von den Weiden getrieben, verkauft, geschlachtet oder in die Ställe gebracht, wo sie vor der Witterung in Sicherheit sind.
Das Leben der Menschen ist zum Großteil sehr schlicht und oftmals auch rauh und hart, entbehrungsreich und von Entscheidungen gelenkt, die über Leben und Tod entscheiden können, selbst wenn es sich dabei nur um die Frage handelt, wieviel des eingeholten Weizens ein Bauer verkaufen und wieviel für den eigenen Bedarf und die Aussaat im nächsten Frühjahr behalten soll.
Zusammenhalt, Gesellschaft und Familie stellen Kernpunkte im Leben der Menschen Amhrans dar. Diese Faktoren sind es, die einem Mitglied der Gemeinschaft ein Heim, Sicherheit und Rückhalt bieten und daher eine wichtige Position in seinen Handlungen und Planungen einnehmen. Wer einzelgängerisch lebt oder kein festes Zuhause hat, gerät leichter in Gefahr, einer Lebensbedrohung alleine gegenübertreten zu müssen als jemand, der einer Gruppe angehört und sich daher auf deren Unterstützung verlassen kann.
Diese einfache Gegebenheit führte dazu, dass sich verschiedene Systeme von Gesellschaften und Siedlungen bildeten, die sich über die Zeit in ihrer Grundform erhalten haben und das Fundament für Städte und Lehen darstellen.
Die Siedlung
Eine Siedlung besteht aus nur sehr wenigen Häusern, die sich um ein Gebäude drängen, das zumeist eine politische oder handelsmässige Funktion hat, zum Beispiel Heeresstützpunkte, Tavernen an Handelsrouten oder grenznahe Handelsstützpunkte. Diese Gemeinschaften bestehen zumeist nur aus drei bis fünf Familien, besitzen kein eigenes Rathaus, und bestreiten ihren Lebensunterhalt mit Landwirtschaft, Ressourcensammlung oder dem Handel mit Reisenden. Für den Schutz ihrer Heime müssen sich die Einwohner von Siedlungen auf die Unterstützung des jeweiligen Lehensherrens verlassen oder aber ein Handelsvertrag mit einem reicheren Händler wird geschlossen, der Söldner für den Schutz anheuert. Beide Möglichkeiten besitzen Vor- und Nachteile und erscheinen des öfteren wie die Wahl zwischen zwei Übeln.
Siedlungen haben durch ihre geringe Größe keinen Einfluss auf Politik oder Wirtschaft und streben daher zumeist ein Bündnis mit nahegelegenen Dörfern an, die mehr Einfluss besitzen.
In seltenen Fällen entstehen Siedlungen jedoch auch nahe des Landsitzes eines Adeligen und können sich so auf dessen Unterstützung verlassen, während sie als ausgleich dessen Ländereien bewirtschaften. Die Einwohner dieser Siedlungen gleichen dann jedoch meist eher Leibeigenen als freien Menschen und sind dem Adeligen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.
Das Dorf
Ein Dorf bietet neben einer kleinen Auswahl an eingebürgerten Marketendern zumeist auch relative Sicherheit für Reisende und Einwohner, da es vom Schutz anderer größtenteils unabhängig ist und daher selbst Recht und Strafe ausüben kann. Im Gegensatz zur Siedlung müssen Dörfer nicht immer unmittelbar an Handelsrouten oder wichtigen Punkten liegen, sondern schafften es über die Jahre hinweg, selbst ein interessanter Anlaufpunkt in der jeweiligen Region zu werden. Ein Dorf zeichnet sich dadurch aus, dass es einen eigenen Marktplatz, Handwerker und eine gute Handvoll von angesiedelten Familien hat. Die meisten Dörfer haben ebenso einen Palisadenwall, um gegen Überraschungsangriffe geschützt zu sein und besitzen manchmal sogar den Luxus eines eigenen Schreines oder einer Kirche.
Die meisten Lehensburgen besitzen eigene Dörfer, die sich um den Burgwall oder den Steilhang der Burg drängen. Einwohner dieser Dörfer haben dadurch das aussergewöhnliche Glück, sich in Kriegszeiten in die Burg zurückziehen zu können, wo sie zwar als Miliz bei der Verteidigung beistehen müssen, jedoch weitaus sicherer aufgehoben sind, als hinter den dünnen Wänden ihrer eigenen Heime.
Hin und wieder finden sich auch Bürger in Dörfern wieder und wirken durch ihren Reichtum und ihren erhöhten Einfluss auf Handel und Wirtschaft äusserst vorteilhaft auf den Dorfstatus ein.
Die Stadt
Nichts steht über der Macht und Einflusskraft einer tatsächlichen Stadt. Der Übergang von Dorf auf Stadt erfolgt zumeist fließend, sodass manche Städte eher wie Dörfer wirken, betritt man sie das erste Mal, jedoch gibt es einige Merkmale, die kennzeichnend und eindeutig sind.
Zum einen besitzt eine Stadt fast ausschliesslich gepflasterte, befestigte Straßen und Gassen, um den stetig hindurchratternden Kutschenrädern Halt zu bieten; zum anderen besitzen Städte befestigte Steinmauern und eine eigene Stadtwache oder Miliz, die für Sicherheit, Recht und Ordnung in den Gassen selbst in Kriegszeiten sorgen.
Eine Stadt besitzt mindestens einen Marktplatz, häufig jedoch mehr. Hinzu kommen verschiedenste Gassen, in denen sich im Laufe der Zeit mehrere Handwerker einer Gruppe ansiedelten und damit das Stadtbild beeinflussten - so spricht die "Schmiedgasse" Bände darüber, welches Handwerk man dort am häufigsten finden wird.
Städte liegen an den wichtigsten Dreh- und Angelpunkten des Reiches, zum Beispiel an wichtigen Wegkreuzungen, Flüssen, Buchten oder auch rohstoffreichen Gebieten und besitzen oft eine gut ausgebaute Handelsflotte. Hierbei handelt es sich bei Städten im Landesinneren zumeist um Postkutschen und Handelskarren, während die meeresnahen Städte Schiffe und Flussboote besitzen, mit denen sie ihre Waren verschiffen.
Städte ziehen vor allem Bürger an, ebenso findet hier der Adel häufig ein angemessenes Heim. Die Zahl der Bauern nimmt mit dem Aufstieg zur Stadt jedoch rapide ab, sodass die meisten Städte ihre Lebensmittel aus den umliegenden Dörfern beziehen.
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Wo auch immer Menschen in größerer Zahl und für längere Zeit zusammenleben, bilden sich soziale Schichten, die abhängig vom Ansehen, Einkommen, Herkunft, Religion und Abstammung der jeweiligen Person sind. Zumeist stellt hierbei der Reichtum die ausschlaggebende Wertigkeit dar - je reicher ein Mensch ist, desto einfacher hat er es, sich in der Gesellschaft hochzuarbeiten. Dennoch sind es letzten Endes die anderen Faktoren, die beeinflussen wie hoch dieser Mensch in der Gesellschaft steigen kann.
Amhrans Menschheit ist nicht nur im Glauben gespalten, auch wenn dieser Konflikt auffallender scheint und häufiger Erwähnung findet. Ein weiterer großer - aber stillschweigend ausgelebter - Reibungspunkt ist die große Kluft zwischen Adel und Bürgertum, und zwischen arm und reich, als würde ein Jeder mit Ambitionen nur nach einem Grund suchen, auf jemand anders hinabsehen zu können.
Natürlich besteht die Gesellschaft der Menschen nicht aus raffgierigen, arroganten Egomanen, eher schon ist das Gegenteil der Fall. Ein jeder Bürger definiert allerdings seinen Einfluss auf seine Umgebung und auch seine Möglichkeiten, Ziele die ihm wichtig sind, durchzusetzen über seinen Status im Umfeld, das er zu beeinflussen gedenkt; in Kurzform bedeutet das, dass man des Öfteren einiges an Vorarbeit leisten muss, um einen Status zu erreichen, in dem man auch fähig ist, Vorgänge und Entscheidungen zu den eigenen Gunsten zu formen.
Bevor die einzelnen sozialen Schichten näher beleuchtet werden, sollen hier noch einige klärende Worte zur Stellung der Frau innerhalb der Bevölkerung Amhrans gefunden werden.
Während die Frauen in Indharim vergleichsweise schlecht und herablassend behandelt werden, gelten die Frauen auf Amhran als dem Manne gleichgestellt - unterschieden wird hier lediglich in den Talenten, die eher als dem Manne zugeordnet gelten, und jenen, die offensichtlich der Frauenschaft mehr liegen.
Frauen weisen durch ihre kleineren, feineren Hände mehr Geschick darin auf, ebenso feine Arbeiten durchzuführen, wie zum Beispiel die Schneiderei oder Alchemie, dennoch gibt es ebenso grobschlachtige Frauen, wie es feingliedrige Männer gibt - hier wird lediglich von dem überwiegenden Großteil ausgegangen und nicht verallgemeinert.
Genauso ist ein Mann fähig, sich schneller und leichter in Form zu bringen und Muskeln anzusetzen, weshalb man mehr Krieger des männlichen Geschlechts findet; dies gibt natürlich trotzdem keinen Aufschluss über das Können der weiblichen Krieger.
Galanterie jedoch bietet den Frauen gegenüber ihren männlichen Partnern einen großen Vorteil. Während die Männer von Kind auf dazu angehalten werden, sich Frauen gegenüber höflich, rücksichtsvoll und respektvoll zu verhalten, sie nicht zu schlagen und ihr Herz durch aufmerksame Gesten und Poesie zu gewinnen, werden die Frauen stetig dazu aufgefordert, dieses Verhalten zu ihren Gunsten zu nutzen und sich auch mal bedienen und bemuttern zu lassen.
Vor allem in adeligen Kreisen scheint es unter den Frauen durchaus Mode zu sein, sich von einer Schar aufmerksamer, galanter Herren umsorgen zu lassen, was allerdings keineswegs ein Richtwert für den Wert der Frau ist.
Leibeigene
Leibeigene sind die unterste soziale Schicht der Gesellschaft und sind zumeist von Armut und Fremdkontrolle geplagt. Leibeigene besitzen die geringsten Rechte und Ansprüche, stellen etwas wie Werkzeug oder Inventar dar, und zählen zum Besitz ihres Vorgesetzten. Diese Form der sozialen Sklaverei ist über ganz Amhran und in jeder gesellschaftlichen Struktur bekannt und praktiziert, besitzt jedoch ebenso viele positive Eigenschaften, wie sie negative beinhaltet.
Einerseits können Leibeigene weder darüber entscheiden, wo sie wohnen, noch mit wem sie zusammenwohnen, andererseits ist ihr Besitzer gezwungen, ihnen Unterkunft und regelmässige Mahlzeiten sowie Bekleidung und entsprechendes Werkzeug zur Verfügung zu stellen.
Ein jeder Leibeigene erhält für seine Dienstzeiten ein äusserst geringes, aber sicheres Einkommen, dass er ansparen und alleinig für die eigenen Zwecke nutzen kann, sei es dass er sich damit nach Jahren der Leibeigenschaft ein eigenes Stück Land und ein kleines Häuschen leistet oder aber seine Gesellenprüfung ablegt und damit seine eigene Werkstatt gründen kann.
Beschliesst der Besitzer jedoch, seinen Leibeigenen an eine andere Person zu verkaufen oder abzugeben, ist es dem Leibeigenen weder möglich, die Habe mit sich zu nehmen die er vom Vorbesitzer zur Verfügung gestellt bekam, noch zu widersprechen - das Wort des Eigentümers ist in dieser Hinsicht Gesetz.
Leibeigene haben das Recht auf einen arbeitsfreien Tag in der Woche, den Freiungstag oder Freitag, den sie für private Angelegenheiten und Besorgungen benutzen dürfen.
Der Freie/die Freie
Die "Freien", also Menschen die keiner Leibeigenschaft unterstehen, haben das ausserordentliche Glück, selbst über ihr Leben und ihren Werdegang zu entscheiden. Freie besitzen ihre eigene Gerätschaft, können reisen und rasten wo sie wollen, und haben das Recht, sich Grund und Gebäude in Siedlungen und abgelegenen Dörfern zu kaufen oder aber Zimmer in Städten zu mieten - der Kauf von eigenen Gebäuden in Städten ist den Bürgern vorbehalten und wird streng überwacht.

Während die Leibeigenen jedoch von ihren Arbeitgebern rundum versorgt werden, ist ein Freier völlig auf sich selbst gestellt, und muss sein täglich' Brot ebenso wie das Dach über dem Kopf auch eigenständig organisieren. Gerade in Zeiten der Goldknappheit oder in harten Wintern entscheiden sich viele Freie daher dafür, sich für ein Jahr der Leibeigenschaft zu verpflichten und retten sich auf diese Weise selbst vor dem Hunger- oder Kältetod.
Die Freien stellen den Großteil der Gesellschaft dar.
Bürger
Bürger sind Freie, die sich innerhalb einer Stadt oder eines Lehens das Recht auf Großgrundbesitz und Bau erarbeitet haben und somit eigene Gebäude kaufen oder errichten können. Ausgenommen von dieser Regelung sind Siedlungen und ebenso Bauern, Jäger und Förderhandwerker, die keinen Bürgerbrief benötigen, um Land zu bewirtschaften, zu jagen oder Rohstoffe abzubauen.

Ein Bürger hat das Recht, innerhalb seines Dorfes oder der Stadt Amtssessel zu besetzen, Gebäude zu errichten, zu vermieten, und Handelsstützpunkte zu unterhalten, wenn er sich diese auch leisten kann. Sein Einfluss ist gemessen an jenem des Freien weitaus größer, sein Wort besitzt mehr Macht und Wirkung.
Die Bewohnerzahl einer Stadt wird für gewöhnlich an der Zahl der dort ansässigen Bürger berechnet, während Freie und Leibeigene nur zu Volkszählungen des ganzen Lehens geladen werden.
Der Adel
Zum Adel zählen die ältesten Familien der Lehen, sowie verdiente Vasallen des Königs, die ihren Status über einen Adelsbrief erhalten haben - ebenso ist es möglich einen Titel zu erben oder ihn über eine Heirat zu erhalten, einige der wenigen Möglichkeiten für einen Adeligen, eine Form von Aufstieg oder Karriere zu erlangen.
Da über den Adel noch weitaus mehr zu sagen wäre, findet sich dieser in einem eigenen Kapitel zusätzlich beschrieben.
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Der Umgang der Menschen miteinander basiert auf Myriaden von kleinen Gesten, Taditionen, Verboten und Geboten, die eine kurze Beschreibung dessen, was zu beachten wäre, fast unmöglich machen. Die wichtigsten Grundregeln jedoch sollen kurz beleuchtet werden.
Grundsätzlich verhalten sich Personen von niedrigem Status respektvoll, treffen sie jemanden von gehobenem Rang. Hierbei bestimmt einerseits der soziale Abstand zwischen den Rängen der beiden Personen, wie respektvoll das Verhalten sein sollte - liegen mehr als 2 Bevölkerungsschichten zwischen ihnen, so kann es durchaus als schwere Beleidigung gelten, verhält sich die sozial geringer gestellte Person nicht demütig und bescheiden. Sind es nur geringe Unterschiede zwischen den sozialen Positionen der Beteiligten, so wird zwar eine gewisse Grundhöflichkeit vorausgesetzt, kann aber nicht immer auch eingefordert werden.
Zusätzlich wird über Missverhalten von sozial hochrangigen Personen - vor allem Bürgern und Adeligen - leichter hinweggesehen, als über das Missverhalten von einfachen Freien oder gar Leibeigenen. Es scheint, als seien Reichtum, Ansehen und Ruhm eine ausreichende Begründung für diverse Eigentümlichkeiten im Umgang mit seinen Mitmenschen. Ebenso sind es vor allem die auffällig reichen Amtsträger und auch die Adeligen, die auf spezifisch korrekten Umgang bestehen, und vergleichsweise leicht zu beleidigen sind - da sie auch diejenigen sind, die von Gesetz und Wache am wenigsten belästigt werden, kann es hier durchaus dazu kommen, dass zu körperlicher Züchtigung gegriffen wird, verhält sich ein Freier oder Leibeigener nicht nach deren Geschmack.
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Wo jedoch Licht und Recht sind, da sind auch Unrecht und Schatten nicht fern. Gerade in einer Gesellschaft, in der man sehr vom eigenen Status, den Beziehungen zu anderen und dem Zusammenhalt abhängig ist, werden Menschen mit niedrigem Status oder schlechtem Ansehen gerne zu Opfern jener, die wenig Moral und Wertgefühl für soziale Aspekte empfinden.
Die Möglichkeiten, Verbrechen zu begehen, oder sich an anderen Menschen zu bereichern sind vielzählig und vielfältig, und werden nur in besonderen Fällen ernstlich verfolgt. Von Erpressung bis hin zur Ausnutzung der Untergebenen wird kaum ein "soziales Verbrechen" geahndet, handelt es sich dabei doch um Vorfälle, die das Opfer in der Gesellschaft als von minderem Wert darstellen, und insofern weniger als das Zufügen von Schaden gelten, sondern eher als "selbst schuld".
Gleichwohl gibt es Grenzbereiche, die nicht aktiv verfolgt und geahndet werden, wie zum Beispiel die Prostitution, Warenschmuggel oder die Bestechung. Hierbei kann es eher schon dazu kommen, dass die Verbrecher selbst zu den Opfern werden, und für die Geheimhaltung ihrer Taten noch zusätzlich Schutzgelder zahlen müssen - in den Augen der meisten Gesetzeshüter ist ein Schutzgeld auf jeden Fall besser, als jemanden einzusperren oder zu bestrafen, denn auch hier wird immerhin niemandem ernsthaftes Leid zugefügt.
Diese minderen Verbrechen werden zumeist auch als eine Form von strategischen Informationen genutzt, um damit einem Schachspiel ähnlich Hebel gegen Widersacher zu sammeln; das Unrecht selbst spielt dabei nur eine mindere Rolle. Gleichwohl schädigt das Bekanntwerden solcher Schandtaten jedoch auch den guten Ruf, der ausschlaggebend für den eigenen Stand und Status in der Gesellschaft ist.
Ganz anders gestaltet sich die Situation, wenn ein Verbrechen gegen König, Reich, Leben oder Adelige getätigt wird. Mord, Totschlag, Hochverrat und Treuebruch gelten als die schändlichsten Verbrechen, die ein Mensch begehen kann, und werden dementsprechend harsch geahndet.