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Die Gesellschaft Amhrans

Kapitel

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Einleitung

Die gesellschaftlichen Schichten und deren Beziehungen zueinander sind die Grundlage für die Entwicklung Amhrans zu dem Reich, das es ist, und haben somit neben den religiösen Ansichten den größten Einfluss auf das tägliche Leben und den Verlauf des Alltags eines jeden Amhraners. Dieses Kapitel bietet einen groben Überblick über die Gesellschaft der Menschen, ihre sozialen Gefüge und Eigenheiten, um vor allem Einsteigern das "Einfühlen" in die Welt Amhrans zu erleichtern.

Die Lebensumfelder

Der Alltag der meisten Bewohner ist entbehrungsreich und von Gefahren geprägt. Familie und andere soziale Bindungen stellen daher wichtige Aspekte im Leben der Menschen Amhrans dar, denn mit ihnen gehen Sicherheit und Rückhalt einher. Jeder Lebensraum ist ein eigener, kleiner Mikrokosmos, der seine Herausforderungen und Hindernisse bietet, und unterschiedlich begangen werden muss; Einzelgänger stehen nicht nur allein vor den oft lebenswichtigen Entscheidungen, sie haben auch größere Mühen, sich und ihre Ziele gegen Andere durchzusetzen.
Die Notwendigkeit von Rückhalt und die hinzugewonnene Sicherheit als Gruppe führen stets zu der Gründung von Ballungsräumen, die nicht nur Schutz gegen Katastrophen, die Wildnis und Räuber bieten, sondern auch Dreh- und Wendepunkte für Politik, Religion und den Handel darstellen.

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Die Stadtbevölkerung
Städte sind nicht nur die Heimat der Reichen und Mächtigen, sie sind auch der Dreh- und Wendepunkt von Handel, Politik, Religion und Kriminalität. Während auf dem Land das rechte Tagewerk von harter aber ehrlicher Arbeit dominiert, verlocken die Städte vor allem die ärmere Bevölkerung mit einer Vielzahl von unlauteren Gelegenheiten, die einen Aufstieg aus dem Bodensatz der Gesellschaft zu versprechen scheinen. Große Armut ist in der Stadt ebenso üblich und alltäglich wie blatanter Reichtum. Wo allerdings das Eine zu Argwohn, Härte und oftmals einem tieferen Glauben führt, verleitet das Andere nur zu häufig zu Geiz, Raffgier und Dekadenz.
Natürlich ist die Stadt nicht ausschließlich von Verbrechern bewohnt; ehrliche, hart arbeitende Einwohner sind immerhin das Fundament für das Fortleben von Handel und Wohlstand, und jene Städte, deren gesammelte Bevölkerung einen Abstieg in Kriminalität und Gottlosigkeit durchlebt, verwaisen recht schnell. Städte sind als Ballungszentren dicht besiedelt und gefüllt mit Menschen, die aus allen Schichten des Lebens kommen, und einer Vielzahl an verschiedenen Tätigkeiten nachgehen. Es ist dieses enge Beisammenleben, welches das Leben in der Stadt auszeichnet.

Die Landbevölkerung
Ländliches Leben ist nicht nur durch die Schwernisse des Bauern- oder Jägerlebens gekennzeichnet, es gilt auch gemeinhin als wenig ruhmreich, trist und arm. Die Existenz abseits der großen Ballungszentren ist ein Kampf gegen Wildnis, Wetter und Räubertum, und selbst etwas so Schnödes wie eine gebrochene Gliedmaße kann für einen Landbauern schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation heran wachsen. Dennoch sind Bauern, Viehzüchter und Jäger ein geschätzter Menschenschlag, der für seine Mühen mit reichem Lohn auf den Märkten und in den Handelsstuben belohnt wird, und ohne den das Leben in den Städten nicht möglich wäre.
Landbewohner sind üblicherweise nur unzureichend gebildet; nur die wenigsten Bauern können lesen und schreiben, am häufigsten ist die Fähigkeit zu rechnen. Aberglaube und Frömmigkeit erleben auf dem Land ihre Hochblüte, Feste und Feiertage werden gerne und häufig begangen, und der Zusammenhalt wird durch regelmäßige Tavernenbesuche gestärkt.
Selbst der Landadel ist in Hinsicht auf sein Benehmen, seine Kleidung und seine Lebensweise vom einfachen Leben geprägt, genießt jedoch im Gegensatz zu dem Hofadel in den Städten auch ein echteres, tiefer gehendes Ansehen unter seiner Bevölkerung.

Soziale Schichten und Standesunterschiede

Die Gesellschaft Amhrans unterteilt sich in drei weltliche Stände. Die entscheidenden Faktoren für die Zugehörigkeit zu einem Stand sind vor allem Abstammung, der Stand vor dem Gesetz und Religion. Mit dem gesellschaftlichen Stand ist untrennbar verbunden, welchen Wert man innerhalb der Gesellschaft hat und auch, wie man vom Rest der Gesellschaft behandelt wird.
Anders als beispielsweise in Indharim, wo Frauen eine niedrige Stellung haben, ist die Frau in Amhran dem Manne gleichgestellt. Sie darf die gleichen Ämter bekleiden, hat nicht weniger Einfluss und übt oft auch die gleichen Berufe aus. Vor allem in adeligen Kreisen gehört es aber durchaus zum guten Ton, sich als Frau von einer Schar aufmerksamer, galanter Herren umsorgen zu lassen, um so ein angenehmes Leben mit noch mehr Vorteilen zu genießen.

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Freie
Die Freien sind Menschen, die keiner Gemeinschaft, Siedlung oder Region angehören, und selbst über ihr Leben und ihren Werdegang entscheiden können. Als Freier wird jeder Mensch auf Amhran definiert, der auf Grund und Boden des Reichs geboren wurde, oder aber als freie Person einreiste. Freie haben vor dem Gesetz ihre eigene Stellung, und das Anrecht darauf, mit dem Erreichen des 12. Lebensjahrs als eigene Person angesehen zu werden.
Zu den Freien gehören unter anderem auch Mündel und Leibeigene, die zwar nicht die gleiche wortwörtliche Freiheit genießen, wie ungebundene Einwohner, allerdings vor dem Gesetz und Glaube immer noch frei geboren wurden, und einen Anspruch auf absehbares Ende ihrer Verpflichtungen haben – ein Punkt, in dem sie sich von Bürgern und Adeligen unterscheiden. Während die Leibeigenen und Mündel jedoch von ihren Arbeitgebern rundum versorgt werden, ist ein Freier völlig auf sich selbst gestellt und muss sein täglich' Brot ebenso wie das Dach über dem Kopf auch eigenständig organisieren, denn ein Freier fällt in Niemandes Verantwortung, und hat nur eingeschränkte Rechte und Ansprüche. Gerade in schweren Zeiten oder harten Wintern entscheiden sich viele Freie daher dafür, sich für eine Zeit der Leibeigenschaft zu verpflichten und retten sich auf diese Weise selbst vor dem Hunger- oder Kältetod.
Die Freien stellen den Großteil der Gesellschaft dar.


Bürger
Bürger sind Männer und Frauen, die sich innerhalb einer Stadt oder eines Lehens das Recht auf Großgrundbesitz und Bau erarbeitet haben und somit eigene Gebäude kaufen oder mit Zustimmung der Obrigkeit errichten und anschließend besitzen können. Obendrein berechtigt das Bürgertum auch dazu, innerhalb der Stadt Ämter zu bekleiden, und Entscheidungen der Obrigkeit mit ihren Stimmen zu beeinflussen. Bürger besitzen ein weitaus höheres Ansehen als Freie oder Leibeigene und werden sogar von den meisten Adeligen als kultivierter Teil der Gesellschaft angesehen.
Das Bürgertum kommt jedoch nicht ohne Pflichten oder Ansprüche. Ein Bürger muss einen Wohnsitz in dem Lehen besitzen, in dem er Bürger ist. Ist dies nicht mehr gegeben, verliert er seinen Bürgerstatus, denn Obdachlosigkeit steht einem respektierten Mitglied einer Gemeinschaft nicht zu Gesicht. Dementsprechend kann man nur in einer Region Bürger sein und nur dort seine Rechte geltend machen.
Die Voraussetzungen, ob und wie ein Freier Bürger werden kann, bestimmen die Länder beziehungsweise die Regionsvorsteher oder der Siedlungsvorsteher selbst. Da Bürger jedoch wie bereits erwähnt ein gewisses Mitbestimmungsrecht in der Politik ihres Lebensumfelds besitzen, wird der Bürgertitel üblicherweise nach strengen Benimm- und Gebahrensregeln vergeben, die auch einen fühlbaren Unterschied im Verhalten der Bürgerschaft gegenüber den Freien verursachen.
Das Verlassen seiner Heimat - zum Beispiel in Form eines Umzugs - bedeutet keine automatische Übernahme des Bürgertitels, denn dieser kann sowohl von der Verwaltung, die man verlässt, entzogen werden, wie auch von der Siedlung in die man umzieht, verweigert werden. Jedes Ballungszentrum hat das Recht Bürger zu ernennen, aber auch den Bürgerstand zu entziehen.
Ebenfalls zum Stand des Bürgers zählen die vollwertigen Vertreter der beiden Religionen, als sowohl Priester als auch Druiden, und freie Ritter, die aufgrund des fehlenden Eides noch keinen Adelstitel zugesprochen bekamen. Diese Sonderformen des Bürgertums unterliegen anderen Ansprüchen, und es ist nicht möglich, ihnen diesen Rang ohne Zustimmung der Kirche, des zuständigen Druidenzirkels, oder aber des Ritterordens zu entziehen.


Adel
Der Adel schließlich ist der höchste Stand, den ein Mensch auf Amhran erreichen kann, und teilt sich in Landadel, Hofadel und Reichsadel, welcher lediglich den König höchstselbst sowie die Fürsten der Länder - also auch Herzöge - abdeckt, die zum größten Teil den ältesten Familien Amhrans entstammen. Der Hofadel wird von regierenden Adeligen in ein entsprechendes Amt erhoben, während der Landadel sich auf den Grund- und Landbesitz beruft.
Die Pflichten des Adels sind für den normalen Menschen ein flüchtiges und schwer zu verstehendes Konzept, erstrecken sie sich doch vor allem auf die Interaktion mit anderen Adeligen, und Entscheidungen und Taten, die über das tägliche Leben hinaus gehen. Ähnlich dem Bürgertum wird jedoch auch an den Adel ein besonderer Anspruch bezüglich dessen Verhalten und Auftritt gestellt; anders als beim Bürgertum gilt der Adelstitel jedoch überall. Ein Bruch mit den Ansprüchen an einen Adeligen können auch dann noch Repressalien nach sich ziehen, wenn dieser an einem völlig anderen Ort geschieht.
Da über den Adel noch weitaus mehr zu sagen wäre, wird dieser in einem eigenen Abschnitt der Gesellschaft ausführlich beschrieben.

Amhrans Gesetze

Grundsätzlich ist es das Vorrecht des Adels, Gesetze zu entwerfen, zu verkündigen und ungültig zu machen; diese Gesetze werden - je nach der Weitläufigkeit ihres Geltungsbereichs - in sogenannten Bullen zusammen gefasst, die entweder für einzelne Regionen, Länder, oder aber sogar für Zusammenschlüsse von mehreren Ländern, also Herzogtümern und Grafschaften, gelten können. Für die Durchsetzung der Gesetze sind Verwalter, Beamte und Soldaten zuständig.
Die Bullen und Gesetze Amhrans haben eine lange und bewegte Geschichte, deren Hochblüte in den ersten Jahren des 15. Jahrhunderts stattfand. Erst der Verfall der Reichsstruktur ließ auch die zuvor umfassenden, komplizierten und verschachtelten Bullentexte wieder in den Hintergrund rücken, um Platz für regionalere Gesetzgebung und Exekutive zu schaffen.
Die grundlegendsten Gesetze basieren daher auf der einfachen Faustregel, dass einzelne Anordnungen und Vorschriften dort gelten, wo sie auch jemand durchsetzen kann. Zwar gibt es immer noch die altehrwürdige Reichsbulle und somit auch einen Standesanspruch des Adels, doch hat sich der Umgang mit den überregionalen Gesetzen geändert. Die Aufspaltung in selbst verwaltete Ländereien führte unter anderem auch dazu, dass die Obrigkeiten zwar darauf bedacht sind, ihre Verbündeten, Anvertrauten und Untergebenen durch Abkommen bezüglich bestimmter Gesetze und deren Einhaltung glücklich zu stimmen, allerdings nicht mehr denselben Drang zur verbatim Befolgung jedes einzelnen Bullentextes verspüren.
Insofern änderte sich auch die Rechtsprechung je nach Region und Religion fort vom alten Gerichtsstubenmuster hin zum direkteren, provinzialeren Schöffentum.

Zwischenmenschliches Verhalten

Zwischenmenschliches Verhalten hat auf Amhran vielerlei Facetten, die vor allem von der Herkunft einer Person abhängen, und sich von Region zu Region unterscheiden können. Zwar sind Amhraner zum Beispiel durchaus an den Anblick von Fremden gewöhnt, allerdings hegt so mancher Löwensteiner oder Silendirer einen ausgesprochenen Fremdenhass, der sich auf die zwangshalber gehäuften Missverständnisse in den großen Hafenstädten zurückführen lässt.
Religiösität spielt allerdings ebenfalls eine große Rolle im alltäglichen Leben der Amhraner, und wird von den immer wieder aufschwelenden Konflikten zwischen dem Mithrasklerus und den Druiden der Mondwächter noch bestärkt. Nicht jeder Amhraner empfindet eine tiefe Gläubigkeit, doch ist das Einbeziehen der eigenen Religion, der Traditionen und der Bräuche durchaus üblich und selbstverständlich, und gottlose oder ungläubige Menschen werden mit Unverständnis und Verwirrung behandelt.
Das allgemeine Verhalten gegenüber anderen ist in Amhran schließlich auch stark durch die verschiedenen Stände geprägt. Während ein Bürger einem Adeligen gegenüber "lediglich" höflich und respektvoll ist, würde ein solches Verhalten von einem Freien oder gar einem Leibeigenen gegenüber dem Adel schon als Beleidigung aufgefasst.
Natürlich unterscheidet sich auch das Verhalten innerhalb eines Standes, was hier vor allem durch Unterschiede in Macht und Besitz beeinflusst wird. Die Beziehungen zur Obrigkeit spielen hier eine ebenso große Rolle, wie die Beteiligung eines Bürgers am Alltag; wer zurückgezogen lebt, oder sich gar den Festen, Feiertagen und gesellschaftlichen Verpflichtungen verweigert, wird selten soviel Einfluss erlangen können, wie soziale und engagierte Personen.

Die Schatten der Gesellschaft

Abseits von Gesetzen und der oftmals aufpolierten Fassade des Stadtlebens gibt es allerdings auch zahlreiche Schattenseiten. Menschen mit niedrigem Status oder einem schlechten Ansehen werden hier gerne zum Opfer jener, die sich für etwas Besseres halten und wenig Mitgefühl für die niederen Schichten empfinden.
Viele besser gestellte Bürger versuchen durch Erpressungen, Intrige und dergleichen ihren Stand zu wahren oder sich immer weiter zu bereichern. Es kann aber auch geschehen, dass sie dadurch selbst zum Opfer werden und beispielsweise von einem Konkurrenten erpresst werden, um ihre Taten nicht aufzudecken.
Gerechtigkeit ist oftmals ein Gut, das mehr von den Verstrickungen des Täters - oder des Opfers - mit den Machthabern und dessen Wert für die Gesellschaft abhängt, als von einer wortwörtlichen Befolgung der Gesetze.
Ganz anders allerdings wird mit Verbrechen gegen den Adel vorgegangen. Die Gefahr des Standesverlusts des gesamten Adels hängt hier wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Gesetzgeber und Schöffen, und führt zu einer ungewöhnlichen Loyalität untereinander, die für kurze Zeit selbst Erzfeinde zu Verbündeten machen kann. Wer sich mit dem Adel anlegt, kann sich flugs im Angesichte von mehr Feinden wiederfinden, als erwartet; eine Situation, der sich kaum ein Freier oder Bürger willentlich aussetzen möchte.
Natürlich findet sich auch hier mindestens genau so viel Illegales und Korruption wie in anderen Schichten. Wird so ein Verbrechen allerdings von den richtigen Personen offengelegt, ist eine lebenslange Unterbringung in einer winzigen Zelle oft noch ein mildes Urteil.