dlerschwinge
Lange Zeit wussten die Bauherren nicht, wohin in Laskandor sie die Feste bauen sollten. Das Lehen war groß und strategische Punkte gab es viele. Im Jahr 948 ritt der Lehnsherr, so heißt es in den Legenden, die sich um die Erbauung der Adlerschwinge ranken, mit seinem Gefolge durch den Umbrahain und fand dort im nordwestlichen Teil einen Felsen unglaublichen Ausmaßes.
Die Mithraspriester des Lehnsherrn waren überzeugt davon, dass der Steinbrocken von Mithras selbst in den Wald geschleudert worden war, und tatsächlich sah es beinahe so aus, als wäre der Felsen vom Himmel gefallen, da südlich des Felsen der Wald einer Lichtung Platz gemacht hatte.
Fortan verstand der Lehnsherr es als seine Aufgabe, Mithras heiliges Licht in den Umbrahain zu bringen. So begannen die Arbeiten an der Adlerschwinge noch im selben Jahr. Als das neue Jahrtausend heranbrach, war der letzte Stein geschlagen, der letzte Dachziegel gelegt und die Burg fertiggestellt worden.
Die Strategen waren sich einig: diese Feste würde uneinnehmbar die Jahrhunderte überdauern. Tatsächlich hatten sie nicht ganz unrecht damit. Bis zur Nacht des Düsternebels fanden die vom Umbrahain geplagten Wanderer in der Adlerschwinge stets eine sichere Zuflucht. Denn womit hätte man die starken Granitmauern zerstören sollen? Welcher Feldherr wäre so vermessen gewesen, die Feste, die so hoch zu Mithras hinaufragte, dass man sie bereits vom Waldrand aus erahnen konnte, erobern zu wollen?
Vom damaligen Glanz der Burg ist heute nicht mehr viel übrig. Der Ruf der Burg als uneinnehmbarer Hort des Lichts mitten im Umbrahain hat sich gar ins Gegenteil verkehrt.
"Die Adlerschwinge soll dich holen" ist zu einem der schlimmsten Flüche geworden, denn Menschen fürchten sich davor, was in der Nacht des Düsternebels möglicherweise alles geschah. Manch einer behauptet gar, dass sich im Burghof ein Tor in die "Niederhöllen" geöffnet haben mag.