ohenmarschen
Das Fürstentum Hohenmarschen war noch vor Nortgard eines der Lehen, dass sich Silendir anschloss, um gegen Truchsess von Lichtenwald zu opponieren. Diese Entscheidung fiel Fürst Radovan von Wasserwall nicht schwer. Ähnlich wie Nortgard leidet auch Hohenmarschen schon seit Jahrhunderten unter einer Lebensmittelknappheit, die den geographischen Umständen geschuldet ist. Weniger aus politischen als aus wirtschaftlichen Gründen war es daher naheliegend, sich mit Silendir zu verbünden, dass auch als Kornkammer von Amhran bezeichnet wird.
Als Lehen, das räumlich sehr nahe an Servano und die anderen königstreuen Gebiete gelegen ist, unterhält Hohenmarschen diplomatische Beziehungen zu beiden Seiten und dient desöfteren als Vermittler zwischen den Fronten. Sicherlich auch deshalb, weil Hohenmarschen bei kriegerischen Auseinandersetzungen Gefahr läuft, zum Schlachtfeld zu werden.
Das Land von Hohenmarschen ist ziemlich dünn besiedelt und besteht größtenteils aus Nadelwäldern und Sumpfgebiet. In der Vergangenheit hat das Fürstenhaus mehrmals versucht, abzuforsten, um mehr Platz für Ackerbau zu erhalten. Das Ergebnis war allerdings nur eine Ausbreitung des Sumpfes auf die abgeholzten Felder. Heutzutage versucht man deshalb, den Wald möglichst gesund zu halten, da er zumindest das Moor zurückhält. Durch das feuchte Klima und die vielen Insekten und anderen Schädlinge, die in den Sumpfgebieten leben, breiten sich oft Krankheiten in Hohenmarschen aus, die ihren Beitrag zu der überschaubaren Bevölkerungszahl leisten. Auch gibt es über die Wälder und Sümpfe von Hohenmarschen eine Reihe von grausigen Geschichten über Trolle und Hexen bis hin zu Untoten und gar Werwölfen, die sich dort herumtreiben sollen.
Wirtschaftlich lebt Hohenmarschen von Holz, Holzkohle und in geringerem Ausmaße Jagderzeugnissen. Man sagt den Wäldern von Hohenmarschen zwar nach, dass die Fauna dort sehr reichhaltig ist, aber es wagen sich doch nur wenige Jäger in die gefährlichen Sümpfe.
Die einzige Siedlung von Hohenmarschen ist Wasserwall mit der gleichnamigen Burg. Nachdem das Moor zwei prächtige Bauten aus Stein verschluckt hatte, verzichtete das Fürstenhaus von Wasserwall jedoch auf weitere Experimente und ließ eine große Burganlage aus Holz errichten. Aufgrund dieser eher primitiv wirkenden Behausung wird der Fürst von Hohenmarschen oft weniger ernst genommen, was sicherlich auch einen Beitrag dazu leistete, dass sich Fürst Radovan den Königsgegnern anschloss. Man munkelt allerdings, dass neben der Siedlung um die hölzerne Burg noch eine weitere Siedlung irgendwo in den Sümpfen von Hohenmarschen liegt, deren Standort jedoch verborgen ist. Gerüchteweise leben dort viele Menschen, die die Lehren von Mithras ablehnen und es heißt, dass Fürst Radovan selbst diesen Ort geheim hält.