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Die Hauptstadt Löwenstein

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Einleitung

Im Zentrum Amhrans liegt die Stadt Löwenstein. Sie ist die Hauptstadt des Lehens Servano und gleichzeitig Sitz des Königs von Amhran. Auch wenn viele der anderen Lehen ebenfalls große Städte erbauten, so übertrifft Löwenstein doch alles und ist die mit Abstand größte Stadt von Amhran.

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Hach welche Vielfalt begegnete mir in Löwenstein, dieser Perle in der Bucht von Servano. Eine Hafenstadt eingerahmt von einer mächtigen Mauer, die seit Jahrhunderten dem Ansturm der Feinde trotzt und die Bewohner vor den Widrigkeiten der Natur bewahrt.
Welch bewegte Geschichte Löwenstein doch hat. Einst ein kleines Dorf wurde die Stadt von Mithras, unserem gesegneten Herren, und Mydrion, dem strahlendsten aller Könige, auserwählt, auf immer die Geschicke Amhrans zu lenken.
Weise war diese Wahl, liegt Löwenstein doch zentral und gut geschützt auf einer Landzunge, welche die Stadt nahezu uneinnehmbar macht.
Seit die Schifffahrt praktisch zum Erliegen gekommen ist und auch die tollkühnsten Eroberer die Passage über die von Kriegsschiffen verseuchten Meere nicht mehr wagen, ist Löwenstein stetig und in Frieden zu seiner jetzigen Größe herangewachsen.
Hier laufen alle Handelsrouten zusammen, und wer durch das mächtige Löwentor in den äußeren Stadtring tritt, wähnt sich in eine andere Welt versetzt.
Karren fahren zu jeder Tageszeit über die gepflasterten Straßen, und dicht an dicht drängen sich Fachwerkhäuser, deren obere Stockwerke sich nach vorne zu neigen und in engen Gassen fast zu berühren scheinen.
Folgt man der Hauptstraße in Richtung der Burg, so passiert man mannigfaltige Handelshäuser, die umso prächtiger werden, desto näher man dem Marktplatz kommt.
Eine fortschrittliche Errungenschaft sind die Bürgersteige an den Hauptstraßen, die es den Menschen ermöglichen trockenen Fußes zu laufen, während die Abwasserrinnen wie in jeder Hafenstadt mit der Ebbe den Unrat zum Meer tragen.
Ja, es ist schon eine besondere Stadt, die man sicher in ganz Amhran kein zweites Mal findet.

Doch wehe dem, der sich in die älteren Hafenviertel im Norden der Stadt verirrt. Hier sammelt sich das zwielichte Gesindel, der Abschaum der Menschheit, der seinen dunklen Geschäften nachgeht.
Hehler findet man hier in einigen Kellern, sowie Eingänge in die Unterwelt, denn, so müsst ihr wissen, es existiert unter Löwenstein eine zweite Stadt, bestehend aus alten Katakomben und Kanälen, die seit Jahren brachliegen.
Wer oder was dort haust, weiß niemand so genau, aber die Adeligen, die ihre Herrenhäuser um den Park der Neustadt errichtet haben, ließen aus guten Gründen alle Kanäle in der Nähe ihrer Häuser versiegeln.
Ich selbst wagte mich nur einmal bei Nacht in den Hafen und ich muss sagen, ich verließ die finsteren Gassen schneller wieder, als ich hineingekommen war. Nur die mutigsten Gesellen halten es hier lange genug aus.
Doch möchte ich die Gelegenheit nicht versäumen, über den Tempel des Mithras zu berichten, der sich nahe der Königsburg im Marktviertel erhebt und in dessen Nähe man so oft die frommen Kleriker bewundern kann, die unserem Land den starken Glauben bescherten.

Doch seht selbst, Löwenstein ist eine Reise wert und vergesst nicht den Turnierplatz zu besuchen, jeder freie Bürger darf ihn betreten, und an den berühmten Königsspielen teilnehmen.


- Bericht von Anselm Naurus, selbsternannter Chronist von Amhran.

Marktviertel

Das unbestrittene Zentrum Löwensteins ist sicherlich das große Marktviertel. Hier finden sich nicht nur der Marktplatz und die Markthalle mit zahlreichen Ständen, Buden, dem Pranger sowie einigen kleinen Bühnen für Stadtschreier, Akrobaten und Gaukler, sondern auch zahlreiche, wichtige Gebäude des öffentlichen Lebens, wie zum Beispiel das Rathaus, die Bank, die Markthalle, der Tempel des Mithras und die Zunftgebäude.

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Das prunkvolle, reich verzierte Rathaus drängt sich im Süden des Viertels gegen die ebenso markante Markthalle und bietet Heim und Zusammenkunftsmöglichkeit für den Stadtrat und die Beamten der Stadt. Auch befinden sich die Gebäude der Zünfte für Holzarbeit, Metallarbeit, Feinarbeit, Tuch- und Lederarbeit, Bäckerei, Brauerei, Metzgerei, Alchemie, Kriegskunst und Hermetik in diesem Viertel. Die Zünfte sind ohnehin eine Besonderheit der Stadt, denn in ihnen sind die Meister der Künste Löwensteins organisiert, um Einfluss auf die Politik der Stadt nehmen zu können. Dementsprechend prunkvoll und reich geschmückt sind die Zunfthäuser, die das Wesen des Handwerks nach außen repräsentieren sollen.

Im Marktviertel findet sich außerdem die imposante Tempelanlage der Kirche von Mithras, samt dem Priesterseminar und der Ausbildungsstätte der Sonnenlegion. Neben den verschiedenen Zünften befindet sich auch die Bank im Marktviertel. Die größte Taverne der Stadt bietet hier einen Knotenpunkt für Händler, Reisende und Beamte gleichermaßen und lädt mit ihren vergleichsweise ruhigen Sitzgelegenheiten und Schlafplätzen zum Verweilen ein.

Nachdem der Stadtrat einige Wohnhäuser abreißen ließ, wurde in diesem Viertel der Stadtpark errichtet, damit die geschäftigen Besucher des Marktviertels einen Platz haben, um sich auszuruhen.
Folgt man der Parkmauer gen' Süden, so erreicht man das Hafentor zur Gefängnisinsel, die abseits von der Kernstruktur der befestigten Stadt errichtet wurde, um dem zunehmenden Bedarf an Zellen zu decken.
Im Osten des Viertels steht auch das Glockentor, das als Meisterwerk der Fachwerk-Baukunst gilt. Besuchern sei empfohlen, zum Bummeln im Marktviertel reichlich Zeit einzuplanen, um alle Besonderheiten des Viertels entsprechend würdigen zu können.

Neustadt

Die Neustadt ist ein Viertel voller Eleganz und Prunk. Wer hier ein Haus besitzt oder gar in einer der prunkvollen Stadtvillen wohnt, darf wahrlich etwas auf sich halten. Vom Glockentor im Osten des Marktviertels oder aber vom Kerkertor neben der Hauptstraße aus schreitet der Besucher in ein Viertel, dass von findigen Architekten geplant und durch reiche Bürger und Adelige finanziert wurde. Neben den prachtvollsten Fachwerkbauten findet man in diesem Viertel einen Zweitsitz der Stadtwache und bezaubernde begrünte Promenaden entlang der saubersten Kanäle der Stadt. Außerdem finden sich auch einige architektonische Meisterleistungen wie zum Beispiel das Löwenmaul, ein herrlich verziertes Stadttor, welches allerdings höchstens zu großen Turnieren vor der Stadt einmal geöffnet ist.

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Einen Blick sollte man der Schlossbrücke gönnen, die sich elegant und in filigraner Schönheit über einen Kanal spannt. Einzig das nahegelegene Tor zum Armenviertel rührt ein wenig seltsam an. Nachdem die Situation in diesem Schandfleck Löwensteins eskalierte, beschlossen die Stadtbaumeister, Neustadt und Armenviertel durch zwei massive Mauern und einen für den Besucherstrom gedachten Korridor zu trennen, sodass ein jeder, der aus diesem Viertel kommt, die Neustadt nicht ungesehen betreten kann. Durch die Positionierung der Stadtwache direkt am Durchgang zum Hauptkorridor und damit zum Kerkertor wird sichergestellt, dass die reichen Einwohner der Neustadt nicht stetig um ihr Hab und Gut fürchten müssen.

Neuer Hafen

Der neue Hafen befindet sich am nordwestlichsten Ausläufer der Stadt und bietet dank der sorgfältigen, engagierten Planungsarbeit der jungen Baumeister seine eigenen Besonderheiten und Wunder.
Zwar liegt der Schifffahrtshandel zu großen Teilen brach, und stellt damit nicht mehr den einzigen Nutzungszweck des Hafens dar, doch bieten die vielen Docks, Wellenbrecher, Sturmwände, Kräne und die großen Kontore entlang der Piere immer noch ein beeindruckendes Bild von Amhraner Seefahrtskunst. Neben einer typischen Hafentaverne finden sich hier weitläufige, große Handelshäuser, die inzwischen von verschiedenen Handwerksbünden und Händlergilden okkupiert werden.

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Der Bau des neuen Hafens von Löwenstein war im Jahr 1149 notwendig geworden, da der alte Hafen durch verheerende Planungsfehler unbrauchbar geworden war und sich eine Restaurierung nicht lohnte.

Der größte Teil der Halbinsel, auf der er erbaut wurde, ließ der damalige Baumeister Eyrik Sonnenfels künstlich aufschütten, wodurch der neue Hafen seine sehr geordnete Struktur erhielt. Neben den großen Werften, die heutzutage freilich hauptsächlich Kriegsschiffe vom Stapel lassen, beherbergt der neue Hafen zahlreiche Lagerhäuser und Kontore.
Seitdem der letzte Seehandelspartner Silendir allerdings die Kontakte zu Löwenstein abbrach stehen die meisten Lagerhäuser leer, das Zollhaus wurde geschlossen und die Kontore werden nur noch für den Handel mit Rohstoffen genutzt.
Die Docks mit ihren berühmten Lastkränen befinden sich trotzdem in gutem Zustand und neben kleineren Fischerbooten kann man auch noch den einen oder anderen eindrucksvolle Drei- und Viermaster bewundern, was den Hafen zu einem beliebten Ausflugsziel bei Besuchern von Löwenstein macht. Noch immer sind die Gilde der Seefahrer und einige Reedereien im neuen Hafen ansässig - sie warten auf bessere Zeiten für die Seefahrt.

Altstadt

Die Altstadt ist, abgesehen von der Burg, der älteste Teil von Löwenstein. Die Stadt bestand seinerzeit nur aus der heutigen Bogengasse, deren anliegende Gebäude historisch besonders wertvoll sind. Heute wie damals sind es kleine Werkstätten mit darüber liegenden Wohnungen, die auf die Straße hinausragen.
Neben diesen alten Häusern dominieren die Universität und das Theater das Bild der Altstadt. Das kleine Volkstheater, die älteste Spielstätte auf ganz Amhran, ist einen Besuch wert. Hier werden unterhaltsame Komödien und Tragödien dargeboten, die auch für Bürger mit schmalem Geldbeutel erschwinglich bleiben. Ein beliebter Anlaufort ist außerdem Löwensteins älteste Taverne, das Gasthaus „Zum Trollkopf“. Kurios ist der alte Glockenturm, der schon seit Hunderten von Jahren verlassen ist und dennoch morgens und abends die Sonne begrüßt beziehungsweise verabschiedet. Es gehen Gerüchte um, dass dort ein furchtbares Verbrechen begangen worden sei und es seitdem in dem alten Gemäuer spukt. Besuchern ist dringend empfohlen, sich den Turm nur von außen anzusehen, ihn aber nicht zu betreten.

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Obwohl vor 60 Jahren ein verhängnisvoller Brand den Universitätsflügel der Hermetiker mit all ihren magischen Dokumenten bis auf die Grundmauern zerstört hatte, gehört die Universität mit der Bibliothek und den Lehrzimmern auf mehreren Stockwerken und ihrem wunderschönen Vorplatz zu den eindrucksvollsten Gebäuden von Löwenstein. Die Ursache des verheerenden Feuers ist bis heute nicht geklärt. Mit diesem Brand vollzog die Akademie der Hermetik jedoch auch ihren Umzug in das neue Gebäude im Marktviertel und arbeitet stetig an der Rekonstruktion und Wiederbeschaffung der verlorenen Werke.
Viele Löwensteiner schwören noch heute auf die Handwerker aus der Bogengasse, wenn es darum geht, wo in der Stadt die besten Waren zu bekommen sind. Ein Einkaufsbummel in dieser malerischen alten Gegend lohnt sich mit Sicherheit für jeden Besucher.

Gefängnisinsel

Als im Jahre 749 die Löwensteiner Stadtwache reformiert wurde, folgte auch eine Überarbeitung der Gesetze. Wo früher noch Strafgelder oder Peitschenschläge für die leichteren Verbrechen ausreichten, bedurfte es mit der stetig wachsenden Einwohnerzahl immer häufiger auch Gefängnisstrafen, um den redlichen Bürger vor dem Gesindel zu schützen. Die wenigen verfügbaren Zellen platzten daher schnell aus allen Nähten.
Schon bald sah der damalige König sich zum Handeln gezwungen und kurz darauf wurde mit dem Bau der Gefängnisinsel begonnen.
Heute gleicht die Insel, welche über eine Brücke vom Marktplatz aus erreicht werden kann, schon einer kleinen Festung. Neben zahlreichen Zellen bietet sie auch genug Platz und Raum für die Stadtwache, welche sie teils als Unterkunft, teils als Ausbildungsstätte für neue Rekruten benutzt. Lediglich reichere oder gar adelige Gefangene wird man in den kärglichen Zellen der Insel vergeblich suchen.
Diese werden in der Regel direkt in einer Zelle der Burg gesperrt oder in etwas besserem Umfeld unter Arrest gestellt. Eingelassen in den Hof, welchen die meisten Gefangenen ein Mal am Tag für etwas Freigang benutzen dürfen, liegt das gefürchtete "Loch". Dabei handelt es sich um eine Zelle, die direkt unter freiem Himmel liegt und nicht vor Wind und Wetter geschützt ist. Außerdem hat man vom Hof aus einen guten Einblick hinab in diese "Zelle", was viele zum Anlass nehmen, einmal hinab zu spucken oder gar einen Stein zu werfen. Hier werden in der Regel die untergebracht, welche zu sehr aus der Reihe tanzen oder sich auf irgendeine Art gegen ihre Bewacher stellen.

Alter Hafen

Der alte Hafen, der um die Jahrtausendwende angelegt wurde, war von Anfang an ein einziger katastrophaler Planungsfehler. Beim Anlegen des Hafenbeckens wurde die Strömung nicht bedacht, die nach und nach immer mehr Sand hinein schwemmte und es schließlich vollkommen unbrauchbar machte. Noch heute künden mehrere Sandbänke und aufgelaufene Schiffe und Boote von der Fehlplanung, die 1149 schließlich zur Aufgabe des alten und zum Bau des neuen Hafens führte.
Die einst schönen Holzgebäude sind heute größtenteils baufällig oder sogar ganz verfallen. Auch die Wege und die Docks haben ihre besten Tage hinter sich.

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Das mittlerweile völlig aufgegebene, düstere Viertel wurde nach und nach von zwielichtigen Gestalten bevölkert. Besuchern der Stadt Löwenstein sei hiermit ausdrücklich empfohlen, das Viertel zu meiden. Jene, die sich dennoch hineinwagen, bietet sich mit dem alten Wachhaus ein besonderes Kuriosum, denn es gehen Gerüchte um, dass es dort spuken soll und besonders das alte Gefängnis die Heimstätte finsterer Wesen sei.

Die Stadtwache hat es schon vor Jahren aufgegeben, in dieser Gegend aktiv zu patrouillieren, da es immer wieder Übergriffe durch Räuber und aufgebrachte Bürger gab. Heute wird der alte Hafen nur noch im absoluten Notfall von größeren Wachtrupps betreten.

Dringend empfohlen sei den Besuchern auch, sich vom alten Zollhaus fernzuhalten: Der dort lebende Zöllner ist mit Sicherheit schlimmer als jedes Gespenst.

Armenviertel

Ursprünglich als Auffangbecken und Lebensverbesserung für die ärmere Bevölkerung gedacht, gleicht das Armenviertel heute einer Kloake. Niemand, der die Stadt besucht, sollte dieses Viertel betreten. Die Wache hat es schon lange aufgegeben, in diesem Viertel ihre Kreise zu ziehen und beschränkt sich auf eine verschärfte Kontrolle des Tores zur nahe liegenden Altstadt und Neustadt.
Wie man sagt, hat sich im Armenviertel eine florierende Unterwelt gebildet, die eine eigene Arena betreibt, in der Glücksspiel und Wetten abgeschlossen werden. Vom Hahnenkampf bis hin zu blutigen Mann-gegen-Mann-Kämpfen kann man dort alles anschauen.
Vor nicht allzu langer Zeit, als sich der Zustrom der Abenteurer und fahrenden Spielleute dank des bevorstehenden Krieges steigerte, teilte man diesen im Armenviertel zwei große freie Flächen zu, auf denen sich nun Lager ausdehnen. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass man auf den Gassen, sofern man sie erkennt, nahezu knietief im Dreck steht.

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Dereinst wurde das Viertel von einer mildtätigen und äußerst wohlhabenden Dame gestiftet, welche Gold für den Bau einiger einfacher Häuser zur Verfügung stellte. Einige Jahre später finanzierte sie außerdem die Erweiterung der Stadtmauer, um diese Gebäude der Stadt anzugliedern. Letztlich stellten die Stadtoberen jedoch fest, dass sich Spreu nun mal nicht zu Weizen machen lässt, und überließen das Viertel sich selbst. Die Einzigen, die in dem Viertel noch die Stellung halten, sind Priester des Mithras, die dort ein Armenhaus und ein Spital für die Bedürftigen betreiben. Sie werden überdies von einem ungeschriebenen Gesetz des Viertels geschützt. Man munkelt, jeder, der einem der Priester schaden wolle, würde den Zorn des Gottes auf sich ziehen. Meistens lässt der zornentbrannte Pöbel von dem Missetäter aber nur noch wenig für eine göttliche Bestrafung über.

Einen Teil des Viertels hat die Wache allerdings abgeriegelt und man erreicht ihn nur durch gesonderte Tore. Dort drinnen liegt der alte Friedhof, der Stück für Stück im Viertel aufgegangen ist und von dem nur noch eine letzte Ecke erkennbar ist. In dem abgeriegelten Bereich sollen die finstersten und mörderischsten Banden ihren Sitz haben. Genau weiß das allerdings niemand. Immer wenn ein diensteifriger Hauptmann mit einer Wachmannschaft das Viertel stürmt, sind alle wie vom Erdboden verschluckt, und in die Katakomben und alten Grüfte unterhalb der Stadt wagen sich nur die Mutigsten.

Unter den Straßen

Unter Löwenstein erstreckt sich ein Kanalgeflecht, welches in der Länge wohl sogar die Straßenzüge der Stadt selber übertrifft. Das ursprünglich erbaute Kanalsystem ist allerdings heute kaum noch zu erkennen, immer wieder wurden die Kanäle umgebaut oder auf den alten neu geschaffen, um mit der wachsenden Stadt Schritt zu halten.
So kam es, dass heute selbst die Verwalter des Königs keine vollständigen Pläne der Kanäle besitzen, was sie auf der einen Seite nur schwer zu warten macht, auf der anderen Seite aber auch von allerlei Diebesgesindel ausgenutzt wird, welche die Kanäle zu ihren geheimen Wegen unter der Stadt auserkoren haben.
Besonders in den ärmeren Stadtvierteln hält sich sogar hartnäckig das Gerücht, dass sich irgendwo dort unten, in einem mittlerweile trocken gelegten Stauraum, eine ganze Diebesbande ihr Lager errichtet haben soll.

Historie

0 - Mit der Grundsteinlegung der Festung Löwenwacht im Jahr 0, dem Krönungsjahr Mydrion I., beginnt die Geschichte der größten Stadt Amhrans.

56 - Nach dem Bau der ursprünglichen Burg entsteht zunächst ein Tempel zu Ehren von Mithras und ein kleines Dorf mit einem Rundweg, die heutige Bogengasse in der Altstadt. Dieses Dorf vergrößert sich rasch und bald gründen sich die ersten Handwerkszünfte.

408 - Die Löwenwache wird als erste richtige Stadtwache gegründet, um die bisherige Miliz der Stadt zu ersetzen.

612 - Der ursprüngliche Tempel von Mithras wird abgerissen, um Platz für einen deutlich größeren Bau zu schaffen, der auch die neu gegründete Sonnenlegion beherbergt.

749 - Im Zuge einiger rechtlichen Änderungen wird auch die Löwenwache reformiert. Aus ihr geht die heutige Stadtwache hervor.

844 - Der alte Hafen wird erbaut und gleichzeitig mit der Universität in der Altstadt eröffnet.

876 - Der König entschließt sich, einen großen Teil der Verwaltungsaufgaben der Stadt umzuverteilen und gründet infolgedessen den Stadtrat.

1149 - Die Arbeiten am neuen Hafen beginnen, nachdem sich herausgestellt hat, dass der alte Hafen derart ungünstig gelegen ist, dass er auf Dauer für die Schifffahrt unbrauchbar ist.
Im selben Jahr wird die Stadtwache deutlich aufgestockt, um die Burgwache zu entlasten, welche bisher immer für jede größere Verhaftung zur Hilfe gerufen wurde. Seitdem ist die Stadtwache offiziell für die Stadt und die Burgwache für alle äußeren Belange zuständig. Trotzdem kommt es vor allem in Friedenszeiten immer wieder zu Kompetenzstreitereien zwischen der Stadtwache und den Truppen des Königs.

1284 - Die Edeldame Sybilla von Rosenfeld stiftet vor den Toren der Stadt einige Bauten für die Ärmsten der Einwohner, die allerdings nur wenige Jahre darauf völlig verwahrlosen. Schon nach kurzer Zeit ist dieser Bezirk allerdings nur noch als Armenviertel bekannt und berüchtigt.

1339 - Der jüngste Stadtteil, die Neustadt, wird in die Stadt integriert und von einer eigenen Stadtmauer umgeben. Seitdem ist nicht mehr das Guldentor, sondern das weitaus imposantere Löwentor der Eingang zur Hauptstadt Amhrans. Hier entsteht neben vielen luxuriösen Bauten der reicheren Bürgerschaft auch das vergleichsweise moderne Pumphaus, das die Abfallentsorgung der Stadt größtenteils unabhängig von Ebbe und Flut macht.

1401 - Ein königlicher Bote aus Indharim fordert weitere Truppen und Materialien für die Fortsetzung des Krieges. Dutzende der bereits dünn gestreuten Ritter und ebenso viele Freiwillige entschließen sich, in zwei Wellen die lange Fahrt nach Indharim zu beginnen. Die erste Welle, bestehend aus Adeligen, erfahrenen Beamten und einigen Priestern setzt wenige Wochen später ab. Während der Konklave kommt es zum Eklat zwischen dem Fürsten und dem Baron von Zweitürmen, der daraufhin verfrüht die Zusammenkunft verlässt.

1402 - Der Bau des Schiffes für die zweite Welle der Truppen für Indharim wird abgeschlossen. Während der Feierlichkeiten findet ein Anschlag auf den anwesenden Adel statt, der allerdings erfolgreich abgewehrt werden kann. Während der Konklave des gleichen Jahres zeichnen sich zunehmende Animositäten zwischen dem Servanoer und dem Ravinsthaler Adel ab.