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Nortgard

Kapitel

Einleitung

Nortgard ist das jüngste Lehen des Königreiches Amhran. Vor dem Erscheinen Mithras war es eines von zwei Zentren des Ulgard-Reiches, welches sich über den gesamten Kontinent erstreckte. Mit dem Erscheinen Mithras', der Krönung Mydrions und dem Beginn der neuen Zeitrechnung wurde die Herrschaft der Ulgard zwar vor 1400 Jahren beendet, doch es dauerte noch bis ins Jahr 700, ehe die verbliebenen Stämme Nortgards militärisch in die Knie gezwungen werden konnten.
So verwundert es kaum, wenn viele Bewohner Amhrans gemeinhin sagen: "In den Adern der Nortgarder fließt noch immer das Blut der Ulgard". Die Traditionen der Ulgard sind hier immer noch stärker vertreten als irgendwo sonst.

Geographische Lage

Nordwestlich von Hohenmarschen und nördlich von Silendir liegt das kühle Nortgard, das nördlichste Lehen des Königreiches. Nortgard wird von weiten Nadelwäldern und einem hohen Gebirgszug, dem Falkenkamm, dominiert. Innerhalb dieses Gebirgszugs stellen die „Zwillinge“ die höchsten Berge des Lehens und gleichermaßen des gesamten Kontinents dar. Aus diesen Bergen bläst häufig ein so kalter, ausdauernder Wind, dass sich im gesamten Königreich auch der „Nortgarder Gruß“ als Bezeichnung für eine kalte Brise eingebürgert hat.
Neben den tiefen Wäldern und den teils schwer zugänglichen Gebirgen ist noch der große Kronensee ein prägender Teil des Landschaftsbildes, welcher von hinabstürzenden Bergflüssen gespeist wird. Im Wonnemond wird an diesem See traditionell gebadet und das Ende der kalten Jahreszeit gefeiert. Nortgard verfügt zudem über eine Gischt- und Eisgepeitschte Nordküste, deren Unwegsamkeit nicht nur für eine geradezu abgekapselte, eigene Kultur sorgt, sondern auch einen ganz eigenen Menschenschlag von Fischern, Wal- und Robbenjägern hervorbrachte. Der Glaube an die Mondwächter hält zumindest jene abgeschotteten Landstriche noch fest in seiner Hand, denn wessen Leben von Wetter, Strömung und Witterung abhängt, der fühlt sich oftmals bemüßigt, sein Glück in den Herren dieser Elemente zu suchen.
Nortgards Fürstenstadt, Hammerhall, gilt als die älteste Stadt des Königreiches, auch wenn sie nach heutigen Maßstäben eher die Größe eines Dorfes hat. Einige der hiesigen Langhäuser, die allesamt aus Tannen-, Fichten- oder Kiefernholz gebaut wurden, sollen noch aus der Zeit des Ulgard-Imperiums stammen. Auch die vielen Schmieden, deren lautes Hämmern unentwegt durch Hammerhall schallt, sollen teilweise noch aus jener Zeit stammen. Das genaue Gründungsjahr Hammerhalls ist jedoch nicht mehr bekannt.

Obwohl die Bewohner Nortgards schon immer weit verstreut lebten, war und ist Hammerhall das wirtschaftliche Zentrum des Lehens. Hierher wird das Bauholz aus den Wäldern geliefert, welches in den vielen Holzfällerhütten geschlagen wurde, um schließlich über die Handelsstraßen sowohl nach Silendir als auch gen' Osten, vor allem nach Servano, geliefert zu werden. Hier können die rußgeschwärzten Köhler ihre Kohle an die vielen Waffen-, Rüst- und Grobschmiede verkaufen. Und nicht zuletzt werden all die Waren aus Nortgarder Stahl, deren Ruf im ganzen Königreich sehr gut ist, von hier in alle anderen Lehen verbracht. In Hammerhall laufen somit alle wichtigen Handwerke Nortgards zusammen.
Über den Häusern von Hammerhall, oben am Steilhang der Zwillingsberge, thront Burg Hochwacht, das am höchsten gelegene Gebäude Amhrans. Die Errichtung von Hochwacht dauerte im Vergleich zu anderen Burgen lange, obschon Nortgard sich in der glücklichen Lage sah, den Stein dort behauen zu können wo die Burg errichtet werden sollte. Die eisige Kälte, die in den Zwillingsbergen jeden Winter aufs Neue Fuß fasste, zwang die Bauherren allerdings zu regelmäßigen Pausen von bis zu fünf Monaten Länge. Im Jahr 1002 nach Mydrion wurde die Burg aber schließlich trotz aller widrigen Umstände fertig gestellt. Somit war der Sitz des Lehnsherrn Augustin Altmacher, der in den Jahren seiner Regentschaft persönlich am Bau der Burg beteiligt gewesen sein soll, endlich fertig gestellt.
Burg Hohenwacht lauert auf den Hängen des Gebirges wie ein grimmiger Greif. Die Schwierigkeiten des Geländes, gepaart mit dem eisigen Wind und den harten Witterungsbedingungen, zwangen ihre Zinnen und Gebäude in die Höhe statt der Breite, und was an Fenstern und Luken notwendig ist, wurde klein und tief versetzt gestaltet, um dem Wind möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Von Prunk und Reichtum ist auch im Inneren der Burg wenig zu sehen, passend zu dem harten Menschenschlag, der diese Gefilde bewohnt.

Charakteristika

Nortgards Landschaftsbild lässt keinen Zweifel daran aufkommen, womit die meisten Menschen hier ihr Geld verdienen. Während die Nadelwälder von vielen Holzfällerhütten durchzogen sind, findet man in den Bergen zahlreiche Minenstollen und Steinbrüche. In Nortgard gibt es kein nennenswertes Ackerland und so ist man seit jeher darauf angewiesen Nahrungsmittel aus anderen Lehen zu beziehen – im Tausch gegen Rohstoffe und Handwerksprodukte. Neben Tannenholz, Fichtenholz und verschiedenen Rohmetallen sind Kriegsgeräte und Schmiedewaren aus Nortgard im ganzen Königreich gefragt. Vor allem in der Schmiedekunst hat sich Nortgard jene Überlegenheit gegenüber anderen Lehen bewahrt, für die schon die Ulgard gefürchtet waren. Die Waffen und Rüstungen aus Nortgarder Stahl gelten als die Besten Amhrans.
Trotz dieser hochwertigen Waren hat Nortgard jedoch keinen übermäßigen Reichtum anhäufen können, was vor allem den horrenden Kornpreisen geschuldet ist, die Silendir lange Zeit verlangt hat.
Die wenigen Siedlungen bestehen zumeist aus vielen dicht gedrängten Häusern, bewohnt von Familien die sich zusammen gegen die Rauhheit des Landes stemmen, und ihrem Tagewerk in unmittelbarer Nähe nachgehen. So ist es nicht unüblich, dass man eine Mine, einen Wald oder einen Steinbruch umringt von Häusern findet. Gleichwohl führten diese engen Verhältnisse auch zum überraschenden Aufblühen eines weiteren Berufes, nämlich des fahrenden Händlers. Kaum jemand hat in Nortgard soviel Macht und Einfluss wie jene Händler, die die eisigen Straßen, die Schneewehen und die Kapriolen des Frühlingswetters zu meistern wissen. Nicht nur bringen sie die Waren für das Bergvolk in die Hauptstadt um dort Käufer zu finden, sie dienen oftmals auch als Boten und lebenswichtige Ader für Lebensmittel, sowie als Transportmittel für Reisende.

Religion

Der Mithrasglaube ist in Nortgard inzwischen die vorherrschende Religion. Dies ist vor allem den vielen Missionaren zuzuschreiben, die nach der Eingliederung Nortgards ins Königreich im Lehen tätig waren. Vor allem der Aspekt der Sonne, den Mithras verkörpert, ist in der Religiosität der Nortgarder ein wichtiger Bestandteil. Mithras steht somit für die Wärme und das Licht, für jene Jahreszeit, in der die bittere Kälte im nördlichsten Lehen Amhrans endlich nachlässt. Das Lichterfest, welches traditionell das Ende des Winters einläutet, ist dementsprechend der wichtigste kirchliche Festtag in Nortgard. Da der meiste Schnee jedoch erst im Wonnemond schmilzt, hat sich eingebürgert, dass beim jährlichen Wonnemondbaden im Kronensee – einem alten Nortgarder Brauch – ebenfalls Mithras gedankt wird.
Gegenüber dem alten Glauben an die Mondwächter zeigt man sich wohlgesonnen. Es gab bisher keine nennenswerten Auseinandersetzungen zwischen den Religionen. Nortgard war ursprünglich, zu Zeiten des Ulgard-Imperiums, vom Mondwächterglauben beherrscht. Dies hat sich nach der Eingliederung ins Königreich rasch geändert. Nichtsdestotrotz ist man dem alten Glauben gegenüber noch immer sehr aufgeschlossen. Er gilt als tief in der Geschichte Nortgards verwurzelt, weshalb die meisten mithrasgläubigen Nortgarder das Festhalten an dieser alten Tradition respektieren.
Besonders verbreitet ist der Glaube an die alten Götter bei den Nortgardern, welche die sturmgebeutelten Küsten oder aber die Bergregionen im Westen, gen' Laskandor, bewohnen. Hier schlug jeglicher Bekehrungsversuch von Seiten der Kirche allein schon deshalb fehl, weil kaum ein Missionar sein Ziel unversehrt erreichte, wenn die Reise überhaupt lebendig beendet werden konnte. Wie also sollte man Mithras als Gott respektieren, wenn er seine Diener so empfindlich gegenüber der Kälte und der Rauhheit des Lebens belässt?

Bevölkerung

Die Bewohner Nortgards haben den Ruf ein rauer Menschenschlag zu sein, der von dem harten Leben im nördlichsten Lehen des Königreiches geprägt ist. Man sagt auch, dass die besten Krieger und Schmiede Amhrans aus Nortgard stammen. Diese Behauptung wird gerne darauf zurückgeführt, dass schon ihre Vorfahren, die Ulgard, ein gefürchtetes Kriegervolk waren, dessen Stahlwaffen als allen anderen Völkern überlegen galten. Viel mehr weiß der durchschnittliche Bewohner Amhrans aber nicht über Nortgard zu sagen. Dieser Blick auf die Nortgarder ist aber nur die halbe Wahrheit und mitunter etwas oberflächlich.
Auf den ersten Blick mögen die Menschen hier zwar etwas wortkarg und grimmig erscheinen, und hervorragende Krieger und Schmiede findet man in Nortgard tatsächlich viele, doch wer erst einmal die Schale des hiesigen Volkes geknackt hat, der wird mit einem tieferen Einblick in die Seele des Landes belohnt:
Freundschaft und Treue sind hier hohe Güter, ebenso wie Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft. Nach außen hin mögen die Nortgarder oft verschlossen wirken, untereinander gibt es aber einen überaus festen Zusammenhalt. Hat man sich den Respekt dieser Menschen erst einmal verdient, so kann man bestens mit ihnen auskommen. Dann mag man auch zu einem ihrer Feste eingeladen werden und feststellen, dass die Nortgarder mindestens genauso ausgelassen feiern und lachen können wie die restlichen Bewohner Amhrans.
Wer die Gelegenheit bekommt, sich mit den Bewohnern Nortgards offen über ihre Heimat zu unterhalten, der wird wenig überrascht sein zu hören, dass mancher den alten Zeiten nachtrauert, in denen Nortgard noch unabhängig war. Damals waren noch Raubzüge weit verbreitet, bei denen man sich mit Waffengewalt alles aus den benachbarten Ländereien holte, was man zum Leben brauchte.

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Welchen Stellenwert die Kampfkunst in Nortgard hat, zeigt sich noch heute:
Zum einen sind Wettkämpfe oft ein Bestandteil von Feierlichkeiten. Dabei ist es natürlich nicht das Ziel, sich gegenseitig zu verletzen. Wenn ein Fürst Nortgards ohne Erben verstirbt, so wird gar ein Turnier veranstaltet, um den neuen Lehnsherrn zu bestimmen.
Zum anderen haben sich viele Nortgarder innerhalb der königlichen Armee verdient gemacht. Sie treten dort keineswegs als nordländische Barbaren in Erscheinung. Ganz im Gegenteil: Sie sind für ihre Disziplin bekannt und haben den heute üblichen Formationskampf mitbegründet.

politische Situation

Nortgard hatte – mit Ausnahme von Hohenmarschen – nie besonders gute Beziehungen zu anderen Lehen, da es selbst nach Eingliederung ins Königreich lange als Bedrohung wahrgenommen wurde. Es dauerte Jahrhunderte, ehe man dem Lehen keine kriegerischen Absichten mehr unterstellte. Aus diesem Grund durfte das Lehen lange kein eigenes Militär unterhalten.
Tatsächlich brachen für Nortgard keine leichten Zeiten an, als es seine Unabhängigkeit verlor, denn ohne Raubzüge in anderen Lehen war man nun auf den Handel angewiesen. Silendir nutzte diesen Umstand zeitweise aus, um überzogene Preise für Nahrungsmittel zu verlangen. Und auch Servano machte es den Nordmännern nicht leicht, da es viele junge Männer und Frauen aus den Familien holte und in die königliche Armee einzog.
Als es zum Konflikt zwischen dem Fürsten von Silendir und dem königlichen Truchsess kam, da war die Positionierung Nortgards zunächst keineswegs gewiss. Letztlich schlug sich die aktuelle Lehnsherrin jedoch auf die Seite Silendirs. Man vermutet, dass Nortgards Fürstin dem selbsternannten Herzog dafür einige Zugeständnisse abringen konnte – zum Beispiel was die Kornpreise und die Gebietsansprüche auf Laskandor angeht.
Mit der Blutkonklave änderte sich dies jedoch. Einerseits munkeln Stimmen Boshaftigkeiten über die kuriose Abwesenheit der Fürstin von Nortgard, Yolina Sophia Vunke von Nortgard, bei besagter Konklave. Anstatt selbst zu erscheinen, entsandte die Fürstin einen Diplomaten und schob ihre Abwesenheit auf die unglückliche Wetterlage. Manch einer hegt den bösen Verdacht, dass die Fürstin bereits im Vorfeld Bescheid wusste, was passieren würde. Laut ausgesprochen werden derlei Vermutungen allerdings natürlich nicht.

Als der Staub der Blutkonklave sich schließlich legte, da begann auch Nortgard wieder seine politischen Muskeln spielen zu lassen. Mit den Wirren und Wandlungen innerhalb von Silendirs Führung und der Machtübernahme durch die Kirche schlug auch Nortgard zu. Die Fürstin erkannte sehr schnell, dass die Hierokraten sehr erpicht auf gute Beziehungen mit ihren Nachbarslehen waren, und nutzte deren Bemühungen aus, um die Kornpreise für den Handel mit Nortgard so weit zu drücken wie möglich. Im Gegenzug versorgt Nortgard Silendir nun mit erhöhten Erzlieferungen, über deren Zweck man nur mutmaßen kann.
Dennoch, auch diese Stimmung ist getrübt, denn seit der Blutkonklave und dem Sturz sovieler Fürsten auf einen Schlag nehmen auch schlagartig die Hexersichtungen im nördlichsten Lehen zu, was die Beziehungen zu Hierokraten und Reich empfindlich belastet.

Historie

650 – Die militärische Expansion des Königreiches stößt an die Grenzen Nortgards. Die kampferprobten Nortgarder verteidigen ihre Grenzen jedoch erfolgreich für viele Jahrzehnte.

730 – Ein harscher Winter führt zu einer Hungersnot in Nortgard. Im Austausch gegen Lebensmittel legt man schließlich die Waffen nieder. Als letztes Überbleibsel des ehemaligen Ulgard-Imperiums wird Nortgard ein Teil des Königreiches.

Ab 730 – Um Nortgard militärisch zu schwächen wird ihm ein eigenes Militär verboten. Stattdessen muss das Lehen viele Soldaten für die königliche Armee stellen. Die jungen Männer und Frauen werden außerdem an viele verschiedene Posten des Königreiches entsendet, damit sie sich nicht untereinander verbrüdern können.

750 – Silendir erhöht die ohnehin schon hohen Kornpreise noch weiter. Nortgard ist gezwungen seine Metallwaren unter Wert zu verkaufen, um noch an genug Lebensmittel zu kommen.

783 – Angesichts der rasant wachsenden Armut droht ein bewaffneter Aufstand Nortgards. Gegen das Verbot des Königs stellt der Fürst wieder eigene Truppenverbände auf, um notfalls mit Waffengewalt gegen die weitere Ausbeutung seines Volkes vorzugehen.

786 – Der König entschärft den Konflikt, indem er niedrigere Kornpreise und Zölle festsetzt, an die Silendir sich halten muss. Nortgard darf das eigene Heer behalten, aber nicht weiter vergrößern.

904 – Im neu entdeckten Laskandor wird ein königlicher Außenposten errichtet. Sowohl Nortgard als auch Silendir erheben Anspruch auf die neuen Gebiete. Für Nortgard verspricht das fruchtbare Land Unabhängigkeit von den Nahrungsmitteln Silendirs.

920 - Der Bau an der Burg Hochwacht beginnt auf den Mauern einer Ulgardfestung. Neue Handelsabkommen zwischen Nortgard und Hohenmarschen verbessern deren Beziehungen deutlich.

939 - Der ausufernde Laskandor-Konflikt zwischen Silendir und Nortgard wird beendet, als der König Laskandor zu einem eigenen Lehen erklärt und einen Adeligen aus Servano zum Lehnsherrn ernennt.

1312 - Nach der Katastrophe in Laskandor muss Nortgard die Grenzen nach Laskandor ausbauen und schützen.

1394 - Der Lehensherr von Nortgard verstirbt ohne Nachkommen.

1395 - Sophia Yolina Vunke von Nortgard wird als erste Frau die Lehnsherrin von Nortgard, als sie den Kampf um die Thronfolge gewinnt.

1400 - Nortgard hat sich zur Überraschung einiger Adliger auf die Seite Silendirs geschlagen und somit auch die Autorität des Truchsess in Frage gestellt.

1403 - Die Fürstin bleibt der Blutkonklave fern und überlebt damit als zweite Fürstin neben dem Fürsten von Ravinsthal das Massaker. Ihr Überleben führt zu Spannungen mit Krone und Hierokraten, da Zweifel an den Umständen aufkommen.

1404 - Nortgard erlebt eine Welle von Hexersichtungen, denen beizukommen versucht wird.