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Der Wüstenkontinent Indharim

Kapitel

Einleitung

Um den geheimnisvollen Wüstenkontinent Indharim ragen sich zweifellos viele Gerüchte und vielleicht auch unbegründete Vorurteile, die jedoch schwer von der Wahrheit unterschieden werden können: So fern liegt jener Kontinent hinter den südlichen Gewässern, dass ein einfacher Bewohner Amhrans nie Gelegenheit haben wird seine Meinungen über Indharim bestätigt oder widerlegt zu sehen.

"Man möge sich im gemeinen Volke damit begnügen zu wissen, dass jenes trockene, lebensfeindliche Land von einem ketzerischen Menschenschlag bewohnt wird. Der Glaube an Mithras ist dort fremd, Missionare aus Amrhan wurden zuletzt niedergemetzelt, weshalb momentan wieder Krieg mit Indharim herrscht. Statt Mithras oder die Mondwächter zu ehren werden dort die eigenen Herrscher wie Götter verehrt. Der Adel, an dessen Spitze ein Königspaar steht, dankt es dem unterwürfigen Volk mit Unterdrückung und maßloser Ausbeutung.
Als wäre dies nicht Irrsinn genug, so ist dort auch die "Sklaverei" zuhause. Menschenverachtend und nicht mit der Leibeigenschaft vergleichbar werden Menschen wie Güter gehandelt, selbst ihr Tod liegt gänzlich in der Willkür ihrer Meister.
Falls nun noch jemand ein gutes Wort über jenen Kontinent zu verlieren sucht, so soll man ihm vor Augen führen, dass Indharim auch die Heimat dunkler Kulte ist, wie sie jedem Mithrasgläubigen kalte Schauer über den Rücken laufen lassen: Ungestraft geben dort Zauberer den Verlockungen verbotener Mächte nach, die nicht in die Hände von Sterblichen gehören.
Alles in Allem soll Indharim ein mahnendes Beispiel für jeden Bewohner Amhrans sein, auf welchen Irrwegen die Menschen wandeln können, wenn sie das leitende Licht Mithras' verloren oder gar verleugnet haben."

- Aus den Berichten des Eusebius Eulenpfad, Priester des Mithras zu Löwenstein

Das Land von Indharim

Geographie und Klima

Indharim ist von Amhran aus nur durch eine kostspielige und bisweilen gefährliche Seereise zu erreichen. Zwischen beiden Kontinenten liegt eine Seereise von mindestens 6 Wochen entlang des Stroms der selvetischen Strasse und durch das Meer südlich von Amhran. Zudem liegt der Wüstenkontinent etwas westlicher als der westlichste Zipfel Amhrans.
Bedingt durch diese Distanz gibt es keine dauerhaften Handelsrouten zwischen den beiden Königreichen, was den Wert wechselseitiger Handelsgüter umso mehr in die Höhe treibt.
Indharim selbst hat eine mit Amhran vergleichbare Größe. Es ist neben diesem der einzige weitere Kontinent, der nachweislich ein solches Ausmaß hat.
Jenseits von Indharim, noch weiter im Südwesten, in den türkisfarbenen Gewässern, gibt es eine unbedeutende Inselkette voller Regenwälder, die jedoch vollständig unter der Hegemonie Indharims steht. Über ihre dunkelhäutigen Bewohner ist bekannt, dass sie fast allesamt in die Sklaverei geführt wurden.
Die wichtigsten Städte des Königreiches Indharim liegen an den drei großen, lebensspendenden Flüssen Marssan, Sharrem Beni und Kymeia Jiessev, welche den Kontinent durchziehen und im Süden im großen Amhalasseh-Delta zusammenlaufen. Es sind namentlich die Hauptstadt Abu Kageyra, Sitz des (Gott-)Königspaares, die Handelsmetropole An Shabur sowie das religiöse Zentrum des Königreiches: Samash'dad. Weiter im Inland liegt noch die kleinere, dennoch erwähnenswerte Stadt Kha Khalashey, ein Hort des Wissens und beliebter Treffpunkt der Gelehrtenschaft des Königreiches.

Im Gegensatz zu Amhran hat Indharim eine größere Ost-West- als Nord-Süd-Ausdehnung, weshalb sich der Großteil des Kontinents innerhalb einer recht einheitlichen klimatischen Zone erstreckt. Die größte Fläche wird dabei von Sandwüsten eingenommen. Darüber hinaus gibt es einige Fels- und Schuttwüsten, Steppen und Gebirgszüge.
Auf diese karge Landschaft scheint ganzjährig eine umbarmherzig heiße Sonne. Im Winter sind die Temperaturen in der Tat noch als "sommerlich" zu bezeichnen, im Sommer wiederum ist es - vor allem für Fremde - unerträglich. Der Niederschlag in Indharim ist nicht nennenswert. Jenseits des Amhalassah-Deltas beschränkt er sich auf eine Handvoll Regentage im Jahr.
Das Land jenseits der drei großen Flüsse wäre wohl selbst für die Indharimer unbewohnbar, wären da nicht die Oasen. Sie sind die seltenen Quellen des Lebens im Inland Indharims. Es gibt keine Siedlung, wo es nicht auch eine Oase gibt. Wer also unterirdische Wasservorkommen sein Eigen nennt, der besitzt den größten aller Reichtümer.

Flora und Fauna

Aufgrund des lebensfeindlichen Klimas ist die Vegetation Indharims jenseits der Flüsse und Oasen stark eingeschränkt. In der Wüste finden sich vereinzelt dornige Sträucher und Akazienbäume, in der Steppe auch Hartgräser.
In den fruchtbareren Gebieten hingegen wächst eine größere Auswahl an Bäumen und Sträuchern, die sich der extremen Trockenheit angepasst haben. Dattelpalmen und Feigen sind für den Obstanbau essenziell, Bambusrohr und Schilfgewächse an den Flüssen halten oft als billige Werkstoffe her. Die Papyrusstaude hingegen liefert ein kostbares Schreibmaterial.
Im Amhalasseh-Delta blüht darüber hinaus der Anbau von Kaffee und Rohrzucker, welche als teure Exportartikel von dort auch verschifft werden. Zuletzt kommt auch der Pfeffer aus Indharim.

Die Fauna Indharims im Deltabereich und an den großen Flüssen ist reich an Wasservögeln, Fischen und Krokodilen. Im Gegensatz dazu wird das Inland von Raub- und Aasvögeln, vor allem Geiern, dominiert.
Eine überschaubare Zahl an Säugetieren hat sich ebenfalls den widrigen Bedingungen der Wüsten, Steppen und Gebirge jenseits der großen Flüsse angepasst. Dies sind vor allem Kamele, Esel, Schafe und Ziegen, sowie Steinböcke. Diese Tiere sind wiederum allesamt beliebte Beute von Schakalen, Hyänen und einer Vielzahl großer Raubkatzen.
An Kleingetier finden sich viele gefährliche Arten, die den heißen Wüstensand noch tödlicher machen: Giftschlangen und Skorpione sind dem unachtsamen Wanderer eine Tücke. Harmloser dagegen sind einige Arten von Eidechsen und Springmäusen.

Das Volk von Indharim

Abstammung

Indharim war bis zu seiner Entdeckung durch Amhran fast völlig isoliert. Es hat keinerlei Verbindungen zu anderen Kontinenten unterhalten. Lediglich eine kleine Inselkette voller Regenwälder, die hinter Indharim in den türkisblauen Gewässern liegt, wurde schon vor vielen Jahrhunderten vom Wüstenkönigreich einverleibt. Die Bewohner des Wüstenkontinents scheinen also keinerlei gemeinsame Wurzeln mit den Völkern Amhrans, Galatias oder Juretais zu haben.

Aussehen

Größe: Je nach Stand variiert die Körpergröße zwischen 1,50 und 2 Schritt.
Körperbau: Während das Volk für gewöhnlich sehr ärmlich und dürr ist, gilt dies für den Adel nicht. Dort gibt es keine Beschränkungen des Körperbaus, jedoch gilt es unter manchen Adeligen als schick sich durch eine gewisse Beleibtheit vom einfachen Volke abzugrenzen und den eigenen Wohlstand darzustellen.
Hautfarbe: Alle Facetten zwischen einer leichten, gesunden Sonnenbräune (vor allem Adel), einem dunkleren Teint und wirklich dunkler Haut (vor allem Sklaven) sind vorhanden.
Haarfarbe: In der absolut überwiegenden Mehrheit tragen Indharimer schwarze oder zumindest sehr dunkle Haare. Sehr selten mischt sich ein helleres Braun oder Rotbraun hinein.
Lebenserwartung: Je nach Stand dauert das Leben eines Indharimers zwischen 30 und 90 Jahre.

Soziale Strukturen

Zwar gibt es innerhalb der Gesellschaft Indharims durchaus verschiedene Stände und Schichten, jedoch lässt sich die Bevölkerung noch viel leichter in lediglich zwei Klassen einteilen, die extrem voneinander getrennt und kaum ineinander durchlässig erscheinen: Man wird entweder als Adliger oder als Bauer geboren. Stärker noch als in Amhran ist damit in der Regel Reichtum und Macht oder klägliche Armut und Rechtelosigkeit verbunden.
An der Spitze der Gesellschaft stehen etwa ein Dutzend Adelsfamilien, aus welchen auch das göttliche Königspaar stammt. Ihre Nachfolge wird aber - anders als in Amhran - nicht durch die eigenen Erben angetreten: Verstirbt ein Teil des Königspaares, so erkennt der aktuelle Hohepriester umgehend den würdigen Nachfolger innerhalb der Adelshäuser und inthronisiert ihn oder sie.
Am anderen Ende der Gesellschaft liegen die Bauern, die breite Masse der Bevölkerung, welche Zeit ihres Lebens das Land der Adligen bewirtschaften müssen. Es gibt keine freien Bauern und auch fast keine freien Handwerker: Wer außerhalb der Dienste eines Adligen versucht sein Einkommen zu verdienen, der sieht sich rasch starker Repression ausgeliefert. Wer jedoch seinen adligen Herrn und Meistern gute Dienste leistet, der kann sich mit etwas Glück ihr Wohlwollen und einen menschenwürdigen Lohn verdienen.
Neben den Bauern, Handwerkern und sonstigen Dienern des Adels sind noch die Sklaven zu erwähnen, welche streng genommen nicht einmal zur Bevölkerung Indharims gehören: Sie gelten als Waren und Besitztümer und haben ihre letzten Rechte verloren. In der Sklaverei landet man in der Regel als Strafe für ein schweres Vergehen. Ein beliebter Vorwand sind nicht bezahlte "Schulden" gegenüber einer Adelsfamilie. Die ehemaligen Bewohner der Regenwaldinseln wurden fast ausnahmlos in die Sklaverei geführt.

Der meistgenutzte Weg um der Armut zu entkommen ist zweifellos die Karriere beim Militär von Indharim. Als Soldat des Heeres mag man zwar auf dem Schlachtfeld sein Leben riskieren müssen, doch ist wenigstens der Tod durch Hunger oder Durst keine Sorge mehr, denn man wird gut versorgt.
Abgesehen von der Soldatenlaufbahn gibt es noch einen einzigen, seltenen Glücksfall, der jedes Kind Indharims aus der Armut befreien kann: die magische Gabe. Wer mit der Fähigkeit der Zauberei geboren wird, der wird am Hofe eines Adligen ein würdevolles Leben führen können. Nur wenige Zauberer sind so selbstsicher, dass sie den Titel eines Hofzauberers verschmähen und versuchen unabhängig zu bleiben - was meistens dennoch nur durch gewisse Gefälligkeiten gegenüber dem Adel möglich ist.

Klerus und Religion

Aus den vier ältesten und reichsten Adelsfamilien rekrutiert sich der Klerus, der daher immer aus vier Priestern und ihren Novizen besteht. Aus ihren Reihen wählen sie den Hohepriester, der dem göttlichen Königspaar beratend zur Seite steht. Man sagt, dass die wahre Macht des Reiches eigentlich bei diesen Priestern, und dort vor allem beim Hohepriester, liegt.
Die offizielle Religion Indharims liegt in der Verehrung des göttlichen Königspaares. Im Glauben Indharims sorgt dieses Paar nicht nur für die Flussschwemmen, die die Fruchtbarkeit des Landes beeinflussen, sondern sie sind auch für viele andere Dinge verantwortlich, die außerhalb des menschlichen Begreifens liegen. Daher wird das Königspaar verehrt, wie es auf Amhran nur mit Göttern üblich ist.
Von dieser Tradition abweichend gibt es nur noch wenige religiöse Praktiken, die vereinzelt und lokal im Inland Indharims, also jenseits der kulturellen Zentren, existieren. Der Einfluss des gottköniglichen Klerus hat die Verehrung der alten Götter dort noch nicht völlig beseitigt. Über jene archaischen Gottheiten ist nur bekannt, dass sie mit Tieren und Naturgewalten identifiziert werden und als solche auch in Form von Idolen abgebildet werden. Solch "Götzenglaube" wird von den königstreuen Soldaten Indharims jedoch mit dem Tod bestraft.

Kunst und Kultur

Aufgrund der gottgleichen Verehrung des Königspaares sind die großen Städte im Süden und ihr Umland durchzogen von architektonischen Kunstwerken, Statuen und pompösen Grabstätten vergangener Herrscher. Für besonders erfolgreiche Herrscher wurden Monumente erbaut, die auf der ganzen Welt ihresgleichen suchen. Unter Einsatz von tausenden Arbeitern wurden viele dieser Kunstwerke über Jahrzehnte hinweg erbaut. Sie zeugen noch heute davon, dass der Aufwand keine Grenzen kennt, wenn es um das Andenken der großen Königspaare geht. Beispiele dieser Baukunst sind die Pyramiden von Abu Kageyra, die Monolithen von Marssan Dhabi und natürlich die Grabstätte des ersten Gottkönigs Jamat Al-Shavet. Letztgenannte Grabanlagen sind so groß wie eine ganze Stadt.
Zeigt sich das Königspaar außerhalb des Palastes von Abu Kageyra, so geschieht dies in gewaltigen Prozessionen, kulturellen Höhepunkten des Jahres, und es gilt bereits als segensreicher Akt auch nur einen Blick auf die Gesichter des Paares zu erhaschen. Das Ansprechen des Paares ist bei Todesstrafe verboten. Nur der Hohepriester darf mit ihnen kommunizieren, und so müssen jegliche Bitten und Anliegen an ihn gerichtet werden.
Weitere Festlichkeiten werden meist anlässlich von Flussschwemmen und Regenfällen ausgerichtet, da sie ein Faktor für das Überleben des Volkes Indharims und ein Geschenk des göttlichen Königspaares sind.
Die Schrift von Indharim ist symbolhaft und wirkt beinahe wie gemalt. Weit über einhundert Schriftzeichen umfasst sie, und sie gilt als extrem schwer zu lernen. Auch in Indharim selbst kennen nur die wenigsten Gelehrten alle Schriftzeichen der Sprache. Nichtsdestotrotz sind Sprache und Schrift für das kulturelle Leben Indharims zentral: Schriftgelehrte gehören zu den privilegiertesten Dienern am Hofe der Adligen und fahrende Geschichtenerzähler sind unter dem einfachen Volk höchst respektiert.
Zuletzt darf nicht das Web- und Färbehandwerk vergessen werden, welches in Indharim eine lange Tradition hat und zu einer wahren Kunst aufgestiegen ist. Indharim'sche Seidenstoffe gelten als die feinsten der Welt.

Die dunklere Seite

Die Nekromantie und das Paktieren mit Dämonen gelten in Indharim zwar als gefährlich, werden aber in der Regel nicht verfolgt. Die meisten Magiekundigen befinden sich ohnehin in den Diensten eines der Adelshäuser. Lediglich die wenigen unabhängigen Zauberer, die sich dem Herrschaftsapparat zu entziehen versuchen, müssen stets damit rechnen, dass man sie aus rein politischen Gründen für ihre Praktiken zur Rechenschaft zieht.
Einst soll es einen Bund schwarzer Magier gegeben haben, welcher sich offen gegen die Herrschaftsansprüche der Adels auflehnte. Vor Jahrhunderten wurde dieser aber zerschlagen, so dass heute nur einige verfluchte Ruinen an vergessenen Orten Indharims von diesem Geschichtskapitel zeugen.
Die Narrenfreiheit der Hofzauberer geht im Gegensatz dazu so weit, dass sie sogar Untote zur Unterstützung der Armee erheben dürfen - und sollen. Dies geschah angeblich beim ersten und bisher einzigen großen Aufstand des Volkes im Jahre 954 amrhan'scher Zeitrechnung, also vor fast 500 Jahren.
Ähnliche Gerüchte kursieren unter den Soldaten Amhrans, die den ersten Feldzug gegen Indharim im Jahre 1360 miterlebten. Damals sollen Kreaturen, die eindeutig nicht aus dieser Welt stammen, die Armeen Indharims begleitet haben.

Namensgebung

Männernamen
Aron, Ali, Amun, Abdul, Ayman, Aziz, Azim, Arton, Atem, Benab, Chadim, Dabu, Dschadir, Edis, Erjon, Ilai, Eless, Hamil, Jusuf, Jamal, Jassim, Khem, Kheb, Mahmud, Moses, Marik, Maged, Muammar, Nazir, Omar, Rashid, Said, Seth, Sechaton, Sulman, Veyssel, Wael, Yussuf, Zarastro

Frauennamen
Aischa, Amina, Alma, Amira, Anina, Ayla, Daria, Darfina, Delilah, Esmalda, Fadime, Iraya, Jolina, Kaede, Layla, Lilia, Lenia, Mirhiban, Reshemin, Sharina, Syra, Suade, Shakira, Sulibeth, Nayle, Xhemile, Yashima, Zehra, Zhara

Zusammensetzung
Volle Indharimsche Namen setzen sich aus mehreren Teilen zusammen:
1. Der Vorname
2. Ben = Sohn von oder Beni = Tochter von
3. Name des Vaters
4. Al = Aus der Familie
5. Familienname
Die Kurzform ist Vorname + Familienname

Beispiele
Jusuf Ben Jamal Al Kalgeya = Jusuf, Sohn von Jamal aus der Familie der Kalgeya - Kurzform Jusuf Kalgeya
Jolina Beni Jamal Al Kalgeya = Jolina, Tochter von Jamal aus der Familie der Kalgeya - Kurzform Jolina Kalgeya