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Servano

Das Königslehen ist mit Sicherheit die älteste Bastion des Mithrasglaubens auf Amhran.
Hier begann der Feldzug des neuen Gottes durch die Lande und hier befindet sich das Zentrum der Macht, die Reichsstadt Löwenstein mit der stolzen Festung Löwenwacht.
Von Servano aus erreicht man über die Handelsrouten alle Lehen und hier läuft der Handel auch zusammen.
Man könnte sagen, dass neben Silendir Servano das einzige Lehen ist, das so gut erschlossen ist.
Nach Süden kommt man nach Candaria, im Osten befindet sich das freie Lehen Ravinsthal und im Norden erreicht man Hohenmarschen, sofern man die Sümpfe durchqueren mag, die das Lehen umschliessen.
Typisch für Servano sind die vielen Wachtürme, über die jegliche Nachrichten über Bewegungen an den Grenzen und auch andere wichtige Neuigkeiten schnell an des Königs Ohr dringen.
Jeder dieser Türme steht immer in Sichtkontakt zum nächsten und sofern man bei Tage reist, gelten die Straßen von Servano als die Sichersten des gesamten Reiches.
Mit etwas Glück wird man von einem der Paladine begleitet, die ihren Stützpunkt in Löwenstein errichtet haben.
Welche Waren man auch immer sucht, in Servano wird man fündig werden. Im Grunde bietet das Lehen gesetzten Wohlstand und Abwechslung in Hülle und Fülle.
Die Straßen in Servano sind zumeist voller Wanderer, die in die angrenzenden Lehen reisen und auch Handelskarawanen trifft man hier im Herzen des Reiches zuhauf.

Ein jeder Adelige, der etwas auf sich hält hat zumindest ein Haus in Löwenstein oder aber ein Landhaus in den sanften Hügeln nahe der Stadt.
Einzig ins Gewicht fällt die starke Diskrepanz zwischen den gesellschaftlichen Schichten.
Neben dem geckigen Adel sieht man viele einfache Leute, die in der Nähe oder direkt in der großen Stadt ihr Glück suchen.
Viele Unglückliche aus anderen Lehen versuchen in Servano wieder auf einen grünen Zweig zu kommen, doch die wenigsten schaffen dies auch. So gibt es auch viele Bettler, die an den Wegen lungern und Reisende um ein paar Münzen anhalten.
Für Abenteuerer und Reisende aus allen Teilen Amhrans ist Servano ein beliebter Anlaufort, kann man sich dort doch wie schon erwähnt mit allem Nötigen versorgen und Erfahrungen und Geschichten austauschen.
Lohnenswert ist neben einem Besuch in der Stadt auch ein Blick in die kleinen Dörfer, die an den Straßen liegen und eine beschauliche Idylle erzeugen. Die Wälder, die sich über Servano erstrecken sind meist sehr licht und während man aus den anderen Lehen immer wieder Schauergeschichten vernimmt, so ist Servano in dieser Hinsicht sehr ruhig.

Die Hauptstadt Löwenstein

Ein Bericht von Anselm Naurus, selbsternannter Chronist von Amhran.

Hach welche Vielfalt begegnete mir in Löwenstein, dieser Perle in der Bucht von Servano. Eine Stadt eingerahmt von einer mächtigen Mauer, die seit Jahrhunderten dem Ansturm der Feinde trotzt und die Bewohner vor den Widrigkeiten der Natur bewahrt.
Welch bewegte Geschichte Löwenstein doch hat. Einst ein kleines Dorf wurde die Stadt von Mithras, unserem gesegneten Herren und Mydrion, dem strahlensten aller Kaiser ausgewählt, auf immer die Geschicke Amhrans zu lenken.
Weise war diese Wahl, liegt Löwenstein doch zentral und gut geschützt auf einer Landzunge, die die Stadt nahezu uneinnehmbar macht.
Seit die Schiffahrt praktisch zum Erliegen gekommen ist und auch die tollkühnsten Eroberer die Passage zwischen den Klippen von Candaria und Silendir nicht mehr wagen, ist Löwenstein stetig und in Frieden zu seiner jetzigen Größe herangewachsen.
Hier laufen alle Handelsrouten zusammen, und wer durch das mächtige Tor in den äusseren Stadtring tritt, meint sich in eine andere Welt versetzt.
Karren fahren über die gepflasterten Straßen und dicht an dicht drängen sich Fachwerkhäuser, deren obere Stockwerke sich nach vorne neigen und in engen Gassen fast zu berühren scheinen.
Folgt man der Hauptstraße in Richtung der Burg, so passiert man mannigfaltige Handelshäuser der reichen Familien, die umso prächtiger werden, desto näher man dem Palast kommt.
Eine fortschrittliche Errungenschaft sind die Bürgersteige an den Hauptstraßen, die es den Menschen ermöglichen trockenen Fußes zu laufen, während die Abwasserrinnen wie in jeder Stadt den Unrat zum Meer tragen.
Ja, es ist schon eine besondere Stadt, die man sicher in ganz Amhran kein zweites Mal findet.

Doch wehe dem, der sich in die Hafenviertel verirrt. Hier sammelt sich das zwielichte Gesindel, der Abschaum der Menschheit, der seinen dunklen Geschäften nachgeht.
Hehler findet man hier in einigen Kellern, sowie Eingänge in die Unterwelt, denn, so müsst ihr wissen, es existiert unter Löwenstein eine zweite Stadt, bestehend aus alten Katakomben und Kanälen, die seit Jahren brach liegen.
Wer oder was dort haust weiss niemand so genau, aber die Adeligen, die ihre Herrenhäuser um den Park errichtet haben, liessen aus guten Gründen alle Kanäle in der Nähe ihrer Häuser versiegeln.
Ich selbst wagte mich nur einmal bei Nacht in den Hafen und ich muss sagen, ich verliess die finsteren Gassen schneller wieder, als ich hineingekommen war. Nur die mutigsten Gesellen halten es hier lange genug aus.
Doch möchte ich die Gelegenheit nicht versäumen, über die Bibliothek zu berichten und den Tempel des Mithras, der sich gegenüber des Palastes erhebt und in dessen Nähe man so oft die frommen Kleriker bewundern kann, die unserem Land den starken Glauben bescherten.
Die Bibliothek indessen enthält die umfangreichste Sammlung von Schriften in ganz Amhran. Man sagt, dass nur die Bibliothek Ulgards, das vor Äonen unterging, ihrem Glanz gleichkam.
Doch seht selbst, Löwenstein ist eine Reise wert und vergesst nicht den Palast zu besuchen, jeder freie Bürger darf ihn betreten, sofern er alle Waffen ablegt.



Löwenstein, ein Ort, der wie kein Anderer den Aufschwung Amhrans begleitet hat, und die Größe des Reiches widerspiegelt.

Mit der Grundsteinlegung der Festung Löwenwacht im Jahr 0, dem Krönungsjahr Mydrion I., begann die Geschichte der größten Stadt Amhrans. Eine Stadt, die seitdem immer mehr gewachsen ist und zu einem Schmelztiegel verschiedenster Menschen und Kulturen geworden ist, die die Entwicklung der Stadt prägten.

Nach dem Bau der ursprünglichen Burg entstand zunächst ein Tempel zu Ehren von Mithras und ein kleines Dorf mit einem Rundweg, die heutige Bogengasse in der Altstadt. Dieses Dorf vergrößerte sich rasch und bald gründeten sich die ersten Handwerkszünfte. Im Jahr 376 wurden diese so mächtig, dass sie beim König die Gründung eines Stadtrates durchsetzten, um die Politik der Stadt mit zu bestimmen.

Als die Stadt weiter wuchs, wurde im Jahr 612 der ursprüngliche Tempel von Mithras abgerissen, um Platz für einen deutlich größeren Bau zu schaffen, der auch die neu gegründete Sonnenlegion beherbergte.
Im Jahr 844 wurde schließlich der alte Hafen erbaut und gleichzeitig die Universität eröffnet, die seitdem der größte Hort des Wissens auf dem Kontinent ist.

1149 begannen die Arbeiten am neuen Hafen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass der alte Hafen derart ungünstig gelegen war, dass er auf Dauer für die Schifffahrt unbrauchbar war. Im selben Jahr wurde die Stadtwache gegründet, um das Königliche Heer zu entlasten, dass zuvor sowohl für die Innere als auch für die äußere Sicherheit zuständig war. Seitdem ist die Stadtwache offiziell für die Stadt und die Armee für alle äußeren Belange zuständig. Es kommt immer wieder zu Streitigkeiten über die jeweiligen Befugnisse und mittlerweile ist es fast so etwas wie eine Tradition geworden.

1284 stiftete die Edeldame Sybilla von Rosenfeld vor den Toren der Stadt einige Bauten für die Ärmsten der Stadt, die allerdings nur wenige Jahre darauf völlig verwahrlosten. Die stetig wachsende Stadt hat auch vor diesen Bauwerken keinen Halt gemacht und mittlerweile ist dieser Bezirk als Armenviertel bekannt und berüchtigt.

Der jüngste Stadtteil, die Neustadt, wurde 1339 in die Stadt integriert und von einer eigenen Stadtmauer umgeben. Seitdem ist nicht mehr das Guldentor, sondern das weitaus imposantere Löwentor der Eingang zur Hauptstadt Amhrans. Hier steht neben vielen luxuriösen Bauten der reicheren Bürgerschaft auch die prächtige Oper, die mit der Burg und der Universität sicherlich zu den imposantesten Bauwerken der Stadt zählt.

Die Stadtteile

Armenviertel

Ursprünglich als Auffangbecken und Lebensverbesserung für die ärmere Bevölkerung gedacht, gleicht das Armenviertel heute einer Kloake. Niemand, der die Stadt besucht, sollte dieses Viertel betreten. Die Wache hat es schon lange aufgegeben, in diesem Viertel ihre Kreise zu ziehen und beschränkt sich auf eine verschärfte Kontrolle des Tores zur angrenzenden Neustadt.

Dereinst wurde das Viertel von einer mildtätigen und äußerst wohlhabenden Dame gestiftet, die die Stadtmauer erweitern ließ und Gold für den Bau einiger einfacher Häuser zur Verfügung stellte. Letztlich stellten die Stadtoberen jedoch fest, dass sich Spreu nun mal nicht zu Weizen machen lässt und überließen das Viertel sich selbst. Die einzigen, die in dem Viertel noch die Stellung halten, sind Priester des Mithras, die dort ein Armenhaus und ein Spital für die Bedürftigen betreiben.

Wie man sagt, hat sich im Armenviertel eine florierende Unterwelt gebildet, die eine eigene Arena betreibt, in der Glücksspiel und Wetten abgeschlossen werden. Vom Hahnenkampf bis hin zu blutigen Mann-gegen-Mann-Kämpfen kann man dort alles anschauen.

Einen Teil des Viertels hat die Wache allerdings abgeriegelt und man erreicht ihn nur durch gesonderte Tore. Dort drinnen liegt der alte Friedhof, der Stück für Stück im Viertel aufgegangen ist und von dem nur noch eine letzte Ecke erkennbar ist. In dem abgeriegelten Bereich sollen die finstersten und mörderischsten Banden ihren Sitz haben. Genau weiß das allerdings niemand. Immer wenn ein diensteifriger Hauptmann mit einer Wachmannschaft das Viertel stürmt, sind alle wie vom Erdboden verschluckt und in die Katakomben und alten Grüfte unterhalb der Stadt wagen sich nur die Mutigsten.

Vor nicht allzu langer Zeit, als sich der Zustrom der Abenteurer und fahrenden Spielleute dank des bevorstehenden Krieges steigerte, teilte man diesen im Armenviertel zwei große freie Flächen zu, auf denen sich nun Lager ausdehnen. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass man auf den Gassen, sofern man sie erkennt, nahezu knietief im Dreck steht.

Alter Hafen

Der alte Hafen, der um die Jahrtausendwende angelegt wurde, war von Anfang an ein einziger katastrophaler Planungsfehler. Beim Anlegen des Hafenbeckens wurde die Strömung nicht bedacht, die nach und nach immer mehr Sand hinein schwemmte und es schließlich vollkommen unbrauchbar machten. Noch heute künden mehrere Sandbänke und aufgelaufene Schiffe und Boote von der Fehlplanung, die 1149 schließlich zur Aufgabe des alten und zum Bau des neuen Hafens führte.

Die einst schönen Fachwerkgebäude sind heute größtenteils baufällig oder sogar ganz verfallen. Auch die Wege und die Docks haben ihre besten Tage hinter sich.

Das mittlerweile völlig aufgegebene, düstere Viertel wurde nach und nach von zwielichtigen Gestalten bevölkert. Besuchern der Stadt Löwenstein sei hiermit ausdrücklich empfohlen, das Viertel zu meiden. Jene, die sich dennoch hinein wagen, bietet sich mit dem alten Wachhaus ein besonderes Kuriosum, denn es gehen Gerüchte um, dass es dort spuken soll und besonders das alte Gefängnis die Heimstätte finsterer Wesen sei.

Dringend empfohlen sei den Besuchern auch, sich vom alten Zollhaus fernzuhalten: Der dort lebende Zöllner ist mit Sicherheit schlimmer als jedes Gespenst.

Neuer Hafen

Der Bau des neuen Hafens von Löwenstein war im Jahr 1149 notwendig geworden, da der alte Hafen durch verheerende Planungsfehler unbrauchbar geworden war und sich eine Restaurierung nicht mehr lohnte.

Der größte Teil der Halbinsel, auf der er erbaut wurde, ließ der damalige Baumeister Eyrik Sonnenfels künstlich aufschütten, wodurch der neue Hafen seine sehr geordnete Struktur erhielt. Neben den großen Werften, die heutzutage freilich hauptsächlich Kriegsschiffe vom Stapel lassen, beherbergt der neue Hafen zahlreiche Lagerhäuser und Kontore, die aufgrund ihrer reich verzierten Backsteinfassaden im ganzen Reich bekannt sind.

Seitdem der letzte Seehandelspartner Silendir allerdings die Kontakte zu Löwenstein abbrach, stehen die meisten Lagerhäuser leer, das Zollhaus wurde geschlossen und die Kontore werden nur noch für den Handel mit Rohstoffen genutzt.

Die Docks mit ihren berühmten Lastkränen befinden sich trotzdem in gutem Zustand und neben kleineren Fischerbooten kann man auch noch den einen oder anderen eindrucksvolle Drei- und Viermaster bewundern, was den Hafen zu einem beliebten Ausflugsziel bei Besuchern von Löwenstein macht. Auch der Leuchtturm und die gewaltige Hafenkette sind auf Amhran in dieser Form einzigartig. Noch immer sind die Gilde der Seefahrer und einige Reedereien im neuen Hafen ansässig - sie warten auf bessere Zeiten für die Seefahrt.

Neustadt

Die Neustadt ist ein Viertel voller Eleganz und Prunk. Wer hier ein Haus besitzt oder gar in einer der prunkvollen Stadtvillen wohnt darf etwas auf sich halten.

Vom großen Löwentor aus durch schreitet der Besucher auf der Hauptstraße ein Viertel, dass von findigen Architekten geplant und durch reiche Bürger und Adelige finanziert wurde.

Prachtstück dieses neuesten aller Viertel ist die Oper. Ja, ihr lest wohl richtig: Eine Oper, mit einem kleinen und einem großen Saal, in der die schönsten Konzerte, die wundervollsten Opern und die raffiniertesten Theaterstücke zur Aufführung kommen. Jeder Schausteller, der die Gunst der Reichen genießt, kann hier auftreten. Jedoch haben nur wohlhabendere Bürger Zutritt (was auch an den horrenden Eintrittspreisen liegen mag) und eine schicke Abendgarderobe ist ein Muss.

Einen Blick sollte man auch der Schlossbrücke gönnen, die sich elegant und in filigraner Schönheit über einen Kanal spannt. Einzig das Tor zum Armenviertel rührt ein wenig seltsam an. Nachdem die Situation in diesem Schandfleck Löwensteins eskalierte, versiegelte die Wache das Tor endgültig, so dass ein jeder, der aus diesem Viertel kommt, die Neustadt nicht betreten kann. Rund um die Uhr stehen dort vier Posten aufmerksam und schwer bewaffnet Wache.

Altstadt

Die Altstadt ist, abgesehen von der Burg, der älteste Teil von Löwenstein. Die Stadt bestand seinerzeit nur aus der heutigen Bogengasse, deren anliegende Gebäude historisch besonders wertvoll sind. Heute wie damals sind es kleine Werkstätten mit darüber liegenden Wohnungen, die auf die Straße hinausragen. Viele Löwensteiner schwören noch heute auf die Handwerker aus der Bogengasse, wenn es darum geht, wo in der Stadt die besten Waren zu bekommen sind. Ein Einkaufsbummel in dieser malerischen alten Gegend lohnt sich mit Sicherheit für jeden Besucher.

Neben diesen alten Häusern dominiert die Universität das Bild der Altstadt. Obwohl vor 60 Jahren ein verhängnisvoller Brand den Flügel der magischen Dokumente bis auf die Grundmauern mitsamt Inhalt zerstört hatte, gehört die Universität mit der Bibliothek und den Lehrzimmern auf mehreren Stockwerken und ihrem wunderschönen Vorplatz zu den eindrucksvollsten Gebäuden von Löwenstein. Die Ursache des verheerenden Feuers ist bis heute nicht geklärt. Einige der Dokumente sind wohl unwiederbringlich verloren; an der Rekonstruktion und Beschaffung der anderen wird noch immer gearbeitet.

Auch das kleine Volkstheater, die älteste Spielstätte auf ganz Amhran, ist einen Besuch wert. Hier werden unterhaltsame Komödien und Tragödien dargeboten, die auch für Bürger mit schmalem Geldbeutel erschwinglich bleiben.

Ein beliebter Anlaufort ist außerdem Löwensteins älteste Taverne, das Gasthaus „Zum Trollkopf“. „Heute gehen wir in den Troll“, hört man die Bürger der Stadt oft sagen, wenn sie einen Abend in der liebevoll eingerichteten Schankwirtschaft verbringen wollen.

Kurios ist der alte Glockenturm, der schon seit hunderten von Jahren verlassen ist und dennoch morgens und abends die Sonne begrüßt beziehungsweise verabschiedet. Es gehen Gerüchte um, dass dort ein furchtbares Verbrechen begangen worden sei und es seitdem in dem alten Gemäuer spukt. Besuchern ist dringend empfohlen, sich den Turm nur von außen anzusehen, ihn aber nicht zu betreten.

Marktviertel

Das unbestrittene Zentrum Löwensteins ist sicherlich das große Marktviertel. Hier finden sich nicht nur der Marktplatz und die Markthalle mit zahlreichen Ständen, Buden, dem Pranger, sowie einigen kleinen Bühnen für Stadtschreier, Akrobaten und Gaukler, sondern auch zahlreiche, wichtige Gebäude des öffentlichen Lebens.

Da wäre zum Beispiel das Rathaus, das den Stadtrat, bestehend aus Vertretern aller Zünfte, sowie der Stadtwache und einem Vertreter des Königshofs, beherbergt. Auch befinden sich die Gebäude aller Zünfte der Stadt in diesem Viertel. Die Zünfte sind ohnehin eine Besonderheit der Stadt, denn in ihnen sind die Handwerker Löwensteins organisiert, um Einfluss auf die Politik der Stadt nehmen zu können. Dementsprechend prunkvoll und reich geschmückt sind die Zunfthäuser, die das Wesen des Handwerks nach außen repräsentieren sollen.

Im Marktviertel findet sich außerdem die große Tempelanlage der Kirche von Mithras, samt dem Priesterseminar, dem Hospital und der Ausbildungsstätte der Sonnenlegion. Für junge Abenteurer lohnt sich selbstverständlich ein Besuch in den Akademien für Krieger und Magier. Neben den Akademien befinden sich auch die Bank und das Postamt im Marktviertel. Dort bieten sie ihre Dienste den Besuchern an, genau wie die größte Taverne der Stadt, die direkt am Marktplatz liegt und mit ihrer Außenbestuhlung und dem Biergarten mit dem Innenhof zum Verweilen einlädt.

Nachdem der König einige Wohnhäuser abreißen ließ, wurde in diesem Viertel der größte Stadtpark errichtet, damit die geschäftigen Besucher des Marktviertels einen Platz haben, um sich auszuruhen.

Im Westen des Viertels steht auch das Burgtor. Besuchern sei empfohlen, zum Bummeln im Marktviertel reichlich Zeit einzuplanen, um alle Besonderheiten des Viertels entsprechend würdigen zu können.

Gefängnisinsel

Die Gefängnisinsel, die man über die Inselbrücke und durch die beiden Tore erreicht, wurde gegründet, nachdem die Stadtgesetze und die Rechtssprechung entschärft wurden.

Anstelle der häufig verhängten Todesstrafe wurden nun viele Verbrecher für geringe Verbrechen nur noch eingesperrt. Bald war das alte Gefängnis überfüllt und so entschloss man sich, die vorgelagerte Insel zu erschließen und dort einen Neubau zu errichten.

Nun erhebt sich dort die neue Wache, die in ständiger Konkurrenz zur Burgwache steht. Da die Befugnisse innerhalb der Stadt nie richtig geklärt wurden, fühlen sich zumeist beide Wachen für Verbrechen zuständig und die Hauptmänner liegen im ständigen Clinch.

Direkt an das umfangreiche Wachhaus ist das Gefängnis gelagert, in dem die übelsten Gestalten eingekerkert werden. Adelige und reiche Verbrecher finden sich dagegen eher im Burgkerker wieder.

An das Gefängnis ist ein Gefängnishof angegliedert, der den Gefangenen einmal am Tag Freigang gestattet. In einer Ecke des Hofs ist das berühmt berüchtigte „Loch“ zu finden, ein halb in den Boden versenkter Bau, der weder Fenster noch eine Tür besitzt. Gefangene, die sich den Regeln widersetzen oder einer besonderen Behandlung bedürfen, werden dort durch ein Loch in der Decke hinab gelassen, das mit einer Stahlplatte abgedeckt wird.