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Das Reich Galatia

Kapitel

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Auch das Volk der Galatier hat seine Eigenarten und besondere Merkmale, die ihm einen besonderen Charme verleihen. Im Folgenden sind die wichtigsten Informationen zugänglich gemacht.

Die Inseln von Galatia

Geographie

Die Inselgruppen von Galatia liegen ungefähr 1 Seereisewoche süd-westlich von Amhrans Hauptstadt und säumen damit nicht nur die Selvetische Seestraße - eine südwärts führende, kalte Herbstströmung, die zwischen Amhran und Galatia verläuft - sondern auch den Seeweg nach Indharim.
Obwohl das Inselreich bereits um die Jahrtausendwende entdeckt wurde, sind große Teile der Inselketten auf keiner Seefahrtskarte verzeichnet und werden somit fast ausschliesslich von Einheimischen befahren. Die Galatier selbst jedoch behaupten, dass neben der größten, südlich gelagerten Hauptinsel und den vier großen Nebeninseln im Norden und Osten auch mehrere Dutzend kleine Fischerinseln im Westen existieren.
Obwohl Galatia eigentlich südlicher als Amhran liegt, weist die Küste fast ausschliesslich harte, schroffe und teilweise beeindruckend hohe Klippen und Riffs auf, sodass nur wenige Buchten mit Sand- und Kiesstrand versehen sind und Zugang zu den Inseln bieten. Eine beachtliche Anzahl von winzigen, hoch aufragenden Zwergatollen nahe der Küste nord-östlich von Kornur ist unter dem Namen Rindi Balbos ("Stammelnde Gipfel") bekannt und angeblich ausschliesslich von Möwen und Albatrossen bewohnt. Das bei passendem Wind weit hörbare Geschrei der plapperhaften Vögel ist hierbei für die Namensgebung verantwortlich.

Jede größere Insel besitzt einen eigenen Hafen, der sich zum Anlegen mit den typisch galatischen, flachrümpfigen Fischerbooten eignet - einzig jedoch die größte Insel, Dug Eth'belsa, besitzt ein ihrer Hauptstadt Kornur vorgelagertes Hafenbecken, das sich auch für die Einfahrt mit tiefrümpfigeren Hochseeschiffen eignet.

Dug Eth'belsa
Die größte Insel des Galatischen Reiches und damit auch der Hauptsitz des Hochkönigs ist für ihre weiten, flachen Ebenen berühmt und wird hauptsächlich für den Anbau von Korn, Leinsamen und Buchweizen genutzt.

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Der Name der Insel bedeutet "gute Kornfelder", und verweist auf die hauptsächliche Nutzung der Fläche für den Anbau. Neben den weitläufigen, fruchtbaren Feldern beheimatet Dug Eth'belsa allerdings auch die Meute des Großkönigs, ein Trupp von Kriegern, die eine eigene Siedlung am nördlichen Ausläufer der Insel angelegt haben, um ihre Waffenübungen und Ausbildung ungestört von neugierigen Dörflern ausüben zu können.
Am südlichsten Ausläufer der Insel liegt Kornur, der größte Hafen Galatias, umgeben von dem gleichnamigen großen Dorf, dessen Hütten teilweise deutlich massiver und höher als die durchschnittlichen Behausungen der Galatier sind. In Sichtweite zu Kornur wurde die Burg des Hochkönigs errichtet, ein großzügig angelegter Palisadenbau der durch seine Hügellage über das Dorf und den Hafen ragt und gleichzeitig als Ausguckposten dient.

Prenne
Die Nebeninsel Prenne (übersetzt wird dies mit "großer Baum") ist gerade einmal halb so groß wie Dug Eth'belsa, dafür jedoch vollständig mit dichten, alten Wäldern bedeckt.

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Unter den Galatiern gilt das Holz, das auf Prenne mit einer fast religiösen Feierlichkeit zweimal im Jahr geschlagen wird, als das beste Material für den Bau der kleinen, flachen Schiffe. Verkauft wird es jedoch nur in kleinen Mengen an Aussenstehende. Die größte Siedlung der Insel wird „Eburos“, also „Eibe“ genannt, und liegt ungefähr eine halbe Tagesreise von der Westküste der Insel entfernt nahe dem einzigen Steinbruch der Insel.

Ialo'terom
Das "offene Gebirge", wie Ialo'terom übersetzt wird, ist eine an den Küsten stark zerklüftete, ungastlich wirkende Nebeninsel im Nord-Osten von Dug Eth'belsa und erinnert in ihrer Form an eine zerbrochene Mondsichel. Betrachtet man diese Insel aus der Seelage heraus, so würde man niemals annehmen, dass diese Insel nicht nur bewohnt, sondern auch als heilig verehrt wird.

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In den Mythen und Legenden der Galatier ist Ialo'terom der Geburtsort der Drachen, die angeblich aus der Insel barsten wie ein Küken aus dem Ei und ihr damit ihre zerklüftete Form gaben. Diesen Legenden folgend nisteten sich über die Jahrhunderte hinweg immer wieder Magier und Schamanen auf der Insel ein, um aus der Kraft der Drachen neue Weisheiten und Erkenntnisse zu ziehen - inwiefern dies gelungen ist, ist unbekannt.
Auch heute noch ranken sich aberdutzende Geschichten und Legenden um diese Insel, die immer wieder junge, begabte Galatier dazu verlocken, sich auf Pilgerfahrt dorthin zu begeben und ihr Leben dabei zu riskieren den Zugang zu Ialo'terom zu suchen.

Reinos
Die fast kreisrunde Insel Reinos ist relativ mittelmässig in ihrem Ruhm und Ruf, weist sie doch sowohl Wälder, als auch Berge und weite Grasflächen auf. Vermutlich ist es allerdings diese Mittelmässigkeit, welche die Einwohner von Reinos dazu anspornte, sich eher durch ihre Taten als durch ihre Heimat und deren Vorzüge hervorzutun. So stammen aus Reinos nicht nur die innovativsten Bootskonstruktionen sondern auch die geschicktesten Krieger und Jäger, während die Handwerker ihre Ausbildung zumeist auf den anderen Inseln vollenden, bevor sie heimkehren und ihre Dienste anbieten.

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Bis zur Jahrtausendwende waren in Galatia Pferde nicht bekannt - zwar hatten die Galatier struppige, stämmige Ponys, die auf den Inseln heimisch waren, diese jedoch waren stets von kleinem Wuchs und für ihre geringe Tragkraft bekannt, sodass sie im berittenen Kampf nur sehr selten eingesetzt wurden. Mit dem Beginn der Kriegszüge zwischen Indharim und Amhran jedoch fanden immer wieder einzelne Warmblüter ihren Weg auf die Inseln und beeindruckten die Galatier durch ihre Grösse, Wendigkeit und vor allem ihre Geschwindigkeit.
Die Bewohner von Reinos witterten hier ihre Chance, begannen die Warmblüter gezielt mit den einheimischen Ponys zu kreuzen und züchteten so eine besonders robuste Form des Kleinpferdes, mit der sie ihre kämpferischen Fähigkeiten um ein Vielfaches verbessern konnten.
In den letzten Jahrzehnten hat damit Reinos, deren Name eigentlich "Strömung" bedeutet und auf ihren erfolgreichen Schiffsbau anspielt, den Kosenamen "die Pferdeinsel" erhalten.
Die Hauptstadt der Insel, wenn man sie so nennen kann, ist ein in einer flachen Bucht gelegenes Dorf namens „Sara“, was übersetzt „Fluss“ bedeutet und ebenso eine Anspielung auf das eigentliche Meistertum der Inselbewohner darstellt.

Svesur
Die kleinste Hauptinsel von Galatia wird Svesur genannt und gerne als „die kleine Schwester von Reinos“ bezeichnet. Durch die relativ geschützte Lage zwischen der Dracheninsel und der Pferdeinsel weist Svesur viele sandige Buchten auf, in denen vor allem der Reusenfang seine Blüte findet und es den Einwohnern ermöglicht durch ihre Fischerei und die Seefahrt zu glänzen.

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Zwar bietet Reinos ob seiner Größe und der Holzvorräte eigentlich die besseren Grundlagen für die Seefahrt und Fischerei, allerdings hat die relativ neue Einführung der Pferdezucht viele der Schiffsbauer dazu getrieben, sich nach neuen Schaffenskreisen umzusehen.
Inzwischen treibt die Inselgemeinschaft vor allem mit Prenne regen Holzhandel, und dieser Handel ist es auch, der die kleine Siedlung „Suelta“, übersetzt „das Tal“, zu seiner Blüte brachte. Inzwischen gilt Suelta als zweitgrößter Hafen Galatias, auch wenn das Befahren mit großen Schiffen aufgrund der vorgelagerten Riffs zwischen den größeren Inseln äusserst riskant ist.

Klima

Galatia weist ob seiner Lage nahe dem ganzjährig kalten Strom der Selvetischen Straße recht milde, manchmal sogar kühle Sommer auf, zeigt sich als Ausgleich dazu jedoch im Winter ebenso milde. Schnee fällt in Galatia nur äusserst selten und wird als böses Omen gewertet. Neben diesen relativ geringen Temperaturschwankungen beherrscht vor allem ein Wechselbad aus strahlendem Sonnenschein und plötzlichen Regengüssen die Inseln, sorgt für deutlich feuchte Luft und reiches Gedeihen von Pflanzen und Tieren. Egal auf welcher galatischen Insel man sich befindet, das Meer ist niemals fern und bringt des Öfteren rauhe, heftige Stürme, Kälteeinbrüche und hohen Wellengang mit sich.

Landschaftsbild

Durch den belebten Seegang bilden sich an den meerseitig gelegenen Küsten nur wenige Korallen, obwohl viele Atolle und Riffs dazu einladen würden. Die Abwesenheit von Korallen macht es jedoch auch schwieriger die Wassertiefe nahe den Küsten abzuschätzen und erschwert die Navigation von tiefrümpfigen Schiffen enorm. Zwischen den Inseln hingegen zeigen sich nicht nur weitreichende Seegras-Wiesen, sondern auch von hellen Korallen bewachsene, weitreichende Riffs, die sich durch den hellen Sand und Schotter am Meeresgrund deutlich abheben und die Navigation für kleine, flach gebaute Schiffe einfach machen.
Das Landesinnere wird von sanften Hügeln und vereinzelten Granit- und Sandsteinvorkommen dominiert – schroffe Gebirgszüge wie man sie aus Amhran kennt treten nur selten im Landesinneren auf und haben wesentlich geringere Ausmaße. Wälder dominieren große Flächen der Inselmassen, und wo keine Wälder zu finden sind vermooren und versumpfen die Wiesen um lebensgefährliche Trittlöcher zu bilden, die jeden Frühling unzählige Opfer fordern.
Torf ist ebenso weit verbreitet in Galatia wie es Holz ist, während Lehm eine eher seltene Erscheinung ist und sich auf die Insel Dug Eth'belsa beschränkt. Weitere erwähnenswerte Rohstoffe der Inseln sind Muschelkalk und Steinsalz, große Kupfer- und Zinnadern, sowie der berüchtigte blaue Quarzsand, der von Glasbläsern für die Herstellung himmelblau gefärbten Glases genutzt wird.

Flora und Fauna

Das Pflanzenbild Galatias ist so vielfältig wie die Sterne am Himmel. Begünstigt durch das ganzjährig milde Klima wuchert auch ein Großteil der Pflanzen das ganze Jahr über und taucht die Insel in ein grünes Kleid. Die häufigen Niederschläge begünstigen hierbei vor allem feuchtigkeitsliebende Pflanzen, und die Wälder sind reine Laubwälder mit einem hohen Birken- und Akazienanteil. Durch den dichten Bewuchs fällt jedoch vor allem die Insel Prenne aus diesem Standard heraus – der hohe Baumanteil ermöglicht es dort nämlich auch empfindlicheren, für den Bootsbau besser geeigneten Bäumen, sich in großer Zahl zu verbreiten.
Das Klima ist es auch, das den Galatiern fast ganzjährigen Ackerbau ermöglicht und die Inselbewohner damit trotz vergleichsweise geringer Landmasse zu reinen Selbstversorgern macht. Weizen und Hafer sind Haupthandelsgüter, mit denen ein gewiefter Galatier durchaus zu Reichtum kommen kann.
Die Fauna ist entsprechend der hohen Pflanzendichte vor allem von Pflanzenfressern dominiert – neben Wildschweinen, Kaninchen, unzähligen Vogelarten und verschiedenstem Rotwild sind vor allem stämmige, wildlebende Ponyarten weitverbreitet.
Marder, Vielfraße, Füchse, eine große Anzahl von Raubvögeln und eine kleine Waldkatzenart sind hierbei die einzigen nennenswerten Raubtiere, während Wölfe und Bären zwar in Legenden vorkommen, aber als ausgestorben gelten. Erst die jüngsten, vereinzelten Kontakte zu Kreuzfahrern aus Amhran brachten unter anderem eine geringe Anzahl an teilweise verwilderten Hunden und Pferden auf die Insel.
Die Meere vor den Küsten sind trotz relativ geringer Tiefe gefüllt mit Tiefseefischen, großen Schwärmen von Heringen und Sardellen und einigen Walsorten, die als besonderer Fang für die Galatier einen hohen Stellenwert einnehmen. Nur wenige Muschel- und Krabbensorten finden dabei ihren Weg auf die Teller der ärmeren Leute, sind allerdings nicht unbekannt.

Historie

Die ersten Spuren von Besiedlung der großen Hauptinsel Dug Eth'belsa sind so alt, dass bislang kein Forscher den Mut hatte eine Prognose abzugeben, wie lange das Volk der Galatier die Inseln bereits bewohnt. Ihre strikte Ablehnung des geschriebenen Wortes und das damit verbundene Ausbleiben jeglicher schriftlicher Überlieferungen machen es den Historikern auch nicht eben leichter, diese drängenden Fragen zu beantworten.
So ist die Geschichte Galatias untrennbar mit der Religion verbunden, denn alle Überlieferungen der Inseln liegen mündlich, in Form von Legenden, Gesängen und Ritualen vor. Viele dieser Legenden handeln von den Mondwächtern und ihren erwählten, denen sie sich offenbarten. Einer der ältesten und am meisten rezitierten Gesänge erzählt beispielsweise davon, wie sich die Göttin Sulis der Galatierin Rievin offenbarte, um ihr das Geheimnis des Feuers zu bringen.
Andere alte Legenden Galatias erzählen vom ersten Hochkönig Aidan Cuchulainn, der von der Insel Dug Eth'belsa aufbrach und die anderen Inseln entdeckte um sie dem Reich Galatia anzuschließen. Von allen Legenden, die nicht primär mit den Mondwächtern zu tun haben, ist dies wahrscheinlich die älteste. Weitere Geschichten und Gesänge erzählen von anfänglichen Kleinkriegen zwischen den Inseln um die Herrschaft über das Reich. Auch die Entwicklung zur relativen Eigenständigkeit der einzelnen Inseln unter einem gemeinsamen Hochkönig ist einigermaßen klar erfasst.
Geschichten aus der jüngeren Vergangenheit sind oft klarer und weniger philosophisch.

Besonders interessant sind die Überlieferungen vom Ende der Monarchie. Irgendwann während der letzten zweihundert Jahre starb die Linie der Hochkönige aus und es entbrannte ein für galatische Verhältnisse großer Krieg um die Nachfolge. Offenbar fanden viele Galatier in diesen Auseinandersetzungen den Tod, denn in den Liedern nennt man dies die "Zeit des Wehklagens". Seit der Zeit des Wehklagens werden die Hochkönige nun von den einzelnen Kleinkönigen gewählt, so dass jedes Inselreich Einfluss darauf hat, wer der oberste Herrscher ist. Nach diesem Wechsel von der Monarchie in die Wahlmonarchie verhielt sich Galatia stets neutral und nahm trotz der Bitten Amhrans nicht an den Feldzügen nach Indharim teil. Die Existenz von Indharim ist den Galatiern zwar bekannt, doch gab es bisher keine direkten Kontakte zu Angehörigen des Wüstenvolkes.
Als um 1300 eine gewaltige Seuche über Amhran zog, wanderten viele Amhraner nach Galatia aus, was sowohl in der Amhranschen Geschichtsschreibung als auch in den Geschichten der Galatier gut dokumentiert ist. Der sprunghafte Anstieg der Bevölkerung führte auf den kleinen Inseln bald zu einem Versorgungsproblem, denn es konnte nicht genug Nahrung produziert werden. Bald schon verfügte der Hochkönig, dass keine weiteren Flüchtlinge aufgenommen wurden und viele Einwanderer wurden mehr oder weniger mit Gewalt wieder nach Amhran zurückgeschickt. Noch heute ist es für Ausländer fast unmöglich, nach Galatia überzusiedeln, da die Inseln schlicht nur eine begrenzte Menge an Menschen versorgen können.
In jüngster Vergangenheit, nämlich im Jahr 1395, fegte ein gewaltiger Sturm über das Land. Flutwellen zerstörten Dörfer und der Wind entwurzelte ganze Haine und zerstörte Ernten. Viele Galatier verloren ihre Heimat. Aufgrund der folgenden Nahrungsmittelknappheit blieb einigen Galatiern nichts anderes übrig, als nach Amhran auszuwandern.

- Aus der Feder von Darien Lieshau, Historiker am Hofe seiner fürstlichen Hoheit, Radovan von Wasserwall -